Eine Frau sitzt vor einem Schreibtisch. Sie telefoniert mit einem Handy während sie Dokumente liest. © kupicoo

EBM-Änderung April 2022

Mengenbegrenzung bei der Videosprechstunde

Seit dem 1. April 2022 wird die Begrenzungsregelung für die Videosprechstunden in den Allgemeinen Bestimmungen Nr. 4.3.1 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) auf jeweils 30 Prozent festgelegt. Pandemiebedingt war die Mengenbegrenzung vom 1. April 2020 bis zum 31. März 2022 ausgesetzt. Nun wird der gesetzliche Auftrag zur Erhöhung von vorher 20 Prozent auf nun 30 Prozent umgesetzt. Es werden Behandlungsfälle im Rahmen der Videosprechstunde begrenzt ebenso auch einzelne Gebührenordnungspositionen (GOP), die per Videosprechstunde erbracht werden können.

Obergrenze bei Behandlungsfällen

Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können 30 Prozent ihrer gesamten Behandlungsfälle per Videosprechstunde erbringen. In diesen Behandlungsfällen haben sie ausschließlich per Videosprechstunde Kontakt zu ihren Patientinnen beziehungsweise Patienten. Bei diesen Behandlungsfällen mit ausschließlichen Arzt-Patienten-Kontakten per Video geben sie die Kennzeichnung 88220 an.   

Wenn eine Ärztin/ein Arzt oder eine Psychotherapeutin/ein Psychotherapeut tatsächlich in Einzelfällen die 30 Prozent der Behandlungsfälle per Videosprechstunde überschreiten sollte, wird wie folgt vorgegangen: Die chronologisch letzten abgerechneten Fälle, die über die Begrenzung hinausgehen, werden abgesetzt.

Rechenbeispiel bei Überschreitung der 30 Prozent der Behandlungsfälle:

  • Das Mitglied hat insgesamt 210 Behandlungsfälle im Quartal abgerechnet, davon wurden 84 per Videosprechstunde (Kennzeichnung 88220) durchgeführt (entspricht 40 Prozent).
  • Es können höchstens 63 Fälle per Videosprechstunde erbracht werden. Jeder weiterer Behandlungsfall, der die Höchstgrenze überschreitet, wird abgesetzt.
  • 21 Fälle lägen über der Begrenzung und müssten abgesetzt werden.

Obergrenze bei einzelnen GOP

Die Mengenbegrenzung müssen Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten bei den GOP beachten, die nach ihrer Leistungsbeschreibung auch im Rahmen der Videosprechstunde gemäß Anlage 31b Bundesmantelvertrag Ärzte (BMV-Ä) erbracht und abgerechnet werden können. Die Obergrenze der einzelnen GOP liegt bei 30 Prozent je berechneter GOP je Mitglied und Quartal. Ausgenommen von der Mengenbegrenzung sind GOP, die Mitglieder ausschließlich per Videosprechstunde abrechnen können – wie zum Beispiel die Videofallkonferenz mit Pflegekräften (GOP 01442).

Rechenbeispiel bei Überschreitung der 30 Prozent bei einer einzelnen GOP:

  • Die GOP 35110 wurde von einem Mitglied insgesamt 50-mal im Quartal abgerechnet, davon wurden 18 per Videosprechstunde (GOP 35110V) durchgeführt (entspricht 36 Prozent). 
  • Es kann höchstens 15mal die GOP 35110 per Videosprechstunde erbracht werden. Jeder weitere GOP, die die Höchstgrenze überschreitet, wird abgesetzt.
  • Die zeitlich letzten GOP 35110V müssten abgesetzt werden.

Bei der leistungsbezogenen Obergrenze je Mitglied und Quartal (sechster Absatz der Nr. 4.3.1 in den Allgemeinen Bestimmungen zum EBM) prüft der Bewertungsausschuss (BA) bis zum 31. Mai 2022 eine abweichende Regelung für die GOP des Kapitels 35. 

zuletzt aktualisiert am: 07.04.2022

EBM-Begriffe verstehen

Zu speziellen Begriffen im EBM haben unsere Mitglieder immer wieder Fragen. Die KVH hat kurz und knapp in einer Übersicht zusammengefasst, was sie bedeuten.

Ansprechpartner

EBM-Hotline

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

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