EBM-Änderung 1. April 2020

Substitution: Rückwirkende Änderungen

Bei der substitutionsgestützten Behandlung von Opioidabhängigen gibt es wichtige rückwirkende Änderungen zum 1. April 2020 im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) für Substitutionspraxen. Diese betreffen das therapeutische Gespräch. Weiterhin gibt es eine neue Leistung für die Behandlung mit einem Depotpräparat.

Therapeutisches Gespräch auch per Telefon und Video

Ärzte können das therapeutische Gespräch aus dem Abschnitt 1.8 EBM – Gebührenordnungsposition (GOP) 01952 – wegen der Corona-Pandemie vorübergehend auch per Telefon und Video durchführen und abrechnen. Das Gespräch muss dafür mindestens zehn Minuten dauern.

Um das therapeutische Gespräch per Video abzurechnen, benötigen Ärzte einen zertifizierten Videodienstanbieter. Wenn Ärzte die Videosprechstunde durchführen, rechnen sie zusätzlich den Technikzuschlag mit der GOP 01450 ab. Die GOP 01952 kennzeichnen sie dabei mit dem Suffix „W“, also 01952W.

Neu ist außerdem, dass Ärzte die GOP 01952 achtmal im Behandlungsfall abrechnen können. Dies war zuvor nur viermal im Behandlungsfall möglich.

Diese Änderungen sind zunächst bis zum 30. Juni 2020 befristet. Ende Mai wird der Bewertungsausschuss prüfen, ob die Regelungen angepasst oder verlängert werden müssen.

Substitutionsgestützte Behandlung mit einem Depotpräparat

Ärzte können Opioidabhängige mit einem Depotpräparat versorgen und die neue GOP 01953 abrechnen. Bislang konnten sie die Gabe des Buprenorphin-Depotpräparats (Buvidal®) nicht über den EBM abrechnen.

Das Buprenorphin-Depotpräparat (Buvidal®) ist für die substitutionsgestützte Behandlung Opioidabhängiger zugelassen und wird in Form einer subkutanen Injektion durch den Arzt oder medizinisches Fachpersonal appliziert.

Wenn Ärzte den Patienten mit einem Depotpräparat behandeln und im Rahmen der Nachsorge betreuen, rechnen sie die neue GOP 01953 ab. Für die Abrechnung muss ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt stattfinden. Die GOP 01953 ist 14,28 Euro wert (130 Punkte); bundeseinheitlicher Punktwert 2020 ist 10,9871 Cent. Ärzte können sie einmal je Behandlungswoche abrechnen.

Die neue GOP 01953 ist zunächst befristet bis zum 30. September 2020. Der Bewertungsausschuss wird bis zum 31. August prüfen, ob eine Anpassung dieses Beschlussteils und/oder der GOP 01949 für die substitutionsgestützte Behandlung Opioidabhängiger im Rahmen der Take-Home-Vergabe erforderlich ist.

Abrechnungsvoraussetzungen: Die GOP aus dem Abschnitt 1.8 EBM können Ärzte in Hessen nur dann abrechnen, wenn sie eine Genehmigung der Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) haben und die Bestimmungen der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) erfüllen. Ärzte die bereits eine Genehmigung für den Abschnitt 1.8 EBM haben, können die neue GOP 01953 automatisch abrechnen.

zuletzt aktualisiert am: 29.04.2020

EBM-Begriffe verstehen

Zu speziellen Begriffen im EBM haben unsere Mitglieder immer wieder Fragen. Die KVH hat kurz und knapp in einer Übersicht zusammengefasst, was sie bedeuten.

Ansprechpartner

EBM-Hotline

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

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