EBM-Änderung 1. April 2020

Zweitmeinungsverfahren bei geplanter Schulterarthroskopie

Rückwirkend zum 1. April 2020 hat der ergänzte Bewertungsausschuss (ergBA) beschlossen, dass weitere Fachgruppen die Gebührenordnungsposition (GOP) 01645 über den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) abrechnen dürfen. Die GOP 01645 beinhaltet die Aufklärung, Beratung und Zusammenstellung aller erforderlichen Unterlagen für den Patienten, wenn ein geplanter Eingriff bevorsteht, bei dem dieser ein Recht auf eine Zweitmeinung hat. Der indikationsstellende Arzt händigt zudem das Merkblatt des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) aus. Die Erweiterung im EBM war notwendig, da Ärzte neu Patienten auch vor einer geplanten Schulterarthroskopie über das Recht auf eine zweite ärztliche Meinung aufklären müssen.

Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie, Orthopäden, Chirurgen mit Schwerpunkt Unfallchirurgie oder Fachärzte für Physikalische und Rehabilitative Medizin klären ihre Patienten als indikationsstellende Ärzte über das Recht auf eine zweite ärztliche Meinung auf und rechnen hierfür die GOP 01645 ab. Sie kennzeichnen die GOP 01645 mit dem Suffix „C“ (01645C) für die geplante Schulterarthroskopie.

Die GOP 01645 ist in dem rückwirkenden Beschluss in die Präambeln der Kapitel 7.1 Nr. 4, 18.1 Nr. 2 und 27.1 Nr. 2 EBM entsprechend aufgenommen. Ärzte können die GOP 01645 einmal im Krankheitsfall abrechnen. Sie ist 8,24 Euro wert (75 Punkte); bundeseinheitlicher Punktwert 2020 ist 10,9871 Cent. Die GOP 01645C soll zunächst extrabudgetär vergütet werden.

Patienten haben ein Recht auf das Zweitmeinungsverfahren für die Schulterarthroskopie bei planbaren arthroskopischen Eingriffen am Schultergelenk. Dies gilt, wenn es sich nicht um notfallmäßige Eingriffe handelt, die zeitnah erfolgen müssen.

Patienten können sich somit zukünftig bei einem qualifizierten zweitmeinungsgebenden Arzt dazu beraten lassen, ob eine Gelenkspiegelung an der Schulter notwendig ist und alternative Behandlungsmöglichkeiten bestehen.

Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie für Physikalische und Rehabilitative Medizin können zweitmeinungsgebende Ärzte (Zweitmeiner) werden (oder Ärzte mit den Bezeichnungen „Orthopädie“ oder „Chirurgie mit Schwerpunkt Unfallchirurgie“ nach älterem Weiterbildungsrecht). Hierfür benötigen sie eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

Zweitmeiner kennzeichnen alle notwendigen Leistungen, die im Zusammenhang mit dem Zweitmeinungsverfahren durchgeführt und abgerechnet werden, an der GOP im freien Begründungsfeld (Feldkennung 5009) mit 88200C. Diese Leistungen sollen zunächst extrabudgetär vergütet werden.

Die KVH hat indikationsstellenden und zweitmeinungsgebenden Ärzten alle wichtigen Informationen zum Zweitmeinungsverfahren vollständig und leicht verständlich zusammengestellt.

 

zuletzt aktualisiert am: 05.05.2020

EBM-Begriffe verstehen

Zu speziellen Begriffen im EBM haben unsere Mitglieder immer wieder Fragen. Die KVH hat kurz und knapp in einer Übersicht zusammengefasst, was sie bedeuten.

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