Kontrolluntersuchungen und Schulungen im Rahmen von Disease-Management-Programmen (DMP) dürfen wegen Corona ausfallen. Ziel ist es, chronisch Kranke zu schützen.

DMP in Zeiten von Corona

Zur Vermeidung einer Ansteckung mit Corona (COVID-19) gibt es für chronisch Kranke eine Sonderregelung. Die vorgeschriebenen quartalsbezogenen Kontrolluntersuchungen in den Disease-Management-Programmen (DMP) dürfen ausfallen, wenn es medizinisch vertretbar ist. Auch Schulungen können verschoben werden.

Die Sonderregelung hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) angesichts der Coronavirus-Pandemie beschlossen. Mit der Ausnahmeregelung entfällt die Verpflichtung für in DMP eingeschriebene Patienten – die zu den besonderen Risikogruppen zählen – zur Teilnahme an Präsenzschulungen und persönlichen Untersuchungen. 

Der G-BA hat deshalb die DMP-Dokumentationspflicht für das erste bis dritte Quartal 2020 ausgesetzt. Die Verpflichtung der Patienten zur Teilnehme an empfohlenen Schulungen sind für das ganze Jahr 2020 ausgesetzt.

Koordinierende Ärzte entscheiden, was für ihre Patienten in der aktuellen Situation am besten ist. So kann es im Einzelfall durchaus notwendig sein, dass die Kontrolluntersuchung oder die Schulung durchgeführt werden. In diesen Fällen erfolgt auch die Dokumentation der Untersuchung.

DMP-Dokumentationen zu Patientenschulungen

Trotz der Aussetzung von Dokumentationspflichten und Patientenschulungen bei DMP gilt weiterhin unverändert: Die DMP-Vergütung für den koordinierenden DMP-Arzt erfolgt auf Basis der fristgerecht versandten Dokumentation. 

Das bedeutet: Der Arzt bekommt keine Vergütung, wenn er die Dokumentation nicht fristgerecht einreicht.

Darauf achten KVH-Mitglieder bei der Dokumentation:

  1. War aktuell nicht möglich: Wenn Patienten bei der letzten Dokumentation im Dokumentationsintervall (jedes Quartal oder jedes zweite Quartal) eine Schulung empfohlen wurde und diese Schulung aufgrund der Pandemiesituation nicht stattfinden konnte, geben sie im dafür vorgesehenen Dokumentationsfeld die Ausprägung „war aktuell nicht möglich“ an. Zur Ausprägung „war aktuell nicht möglich“ zählen unter anderem folgende Gründe: fehlende Schulungskapazität, Krankenhausaufenthalt der Patienten, private Gründe und aktuell die Situation während der Corona-Pandemie.
     
  2. Nein: Die Angabe „Nein“ geben sie weiterhin wie gewohnt an, wenn die Schulung stattfinden konnte, die Patientin oder der Patient aber ohne einen für Sie nachvollziehbaren Grund an dieser vom Arzt empfohlenen Schulung nicht teilgenommen hat. Diese Angabe kann zum Ausschluss des Patienten aus dem Programm führen. Die Beurteilung, ob die Gründe nachvollziehbar sind, obliegen dem Arzt sowie dem Patienten.
zuletzt aktualisiert am: 21.07.2020

EBM-Begriffe verstehen

Zu speziellen Begriffen im EBM haben unsere Mitglieder immer wieder Fragen. Die KVH hat kurz und knapp in einer Übersicht zusammengefasst, was sie bedeuten.

Ansprechpartner

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Kassenärztliche Vereinigung Hessen

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60486 Frankfurt

ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

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