Eine Frau sitzt vor einem Schreibtisch. Sie telefoniert mit einem Handy während sie Dokumente liest.

Monoklonale Antikörper

auch zur Infektionsprophylaxe von COVID-19 anwenden und abrechnen

Coronavirus: Monoklonale Antikörper auch zur Infektionsprophylaxe

Rückwirkend zum 15. November 2021 können Ärztinnen und Ärzte monoklonale Antikörper neu auch zur Infektionsprophylaxe von COVID-19 anwenden und über die Gebührenordnungspositionen (GOP) 88401 bis 88403 abrechnen. Die Monoklonale-Antikörper-Verordnung (MAKV) ist entsprechend ergänzt worden.

Die Therapie mit monoklonalen Antikörpern bei Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Patientinnen und Patienten können Ärztinnen und Ärzte bereits seit dem 1. Januar 2021 über die GOP 88400 abrechnen.

Infektionsprophylaxe abrechnen

Für die prophylaktische Gabe von monoklonalen Antikörpern bei nicht mit dem Coronavirus infizierten Patientinnen und Patienten können Ärztinnen und Ärzte für jede Anwendung die neue GOP 88401 abrechnen. Falls ein Besuch der Patientin oder des Patienten in der eigenen Häuslichkeit oder in beschützenden Wohnheimen, Einrichtungen oder Pflege- oder Altenheimen mit Pflegepersonal erforderlich ist, können sie dafür neu die GOP 88402 zusätzlich zur GOP 88401 abrechnen.

Fallen bei einem Hausbesuch die prophylaktische Gabe von monoklonalen Antikörpern und die Krankenbehandlung (Abrechnung über den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM)) zusammen, können sie jedoch nicht zwei Hausbesuche abrechnen. Wenn sie die Leistung schon nach dem EBM abrechnen (Hausbesuch und Wegepauschale), ist ein Aufsuchen des Patienten für die prophylaktische Gabe von monoklonalen Antikörpern nach der MAKV nicht mehr notwendig und sie rechnen den Besuch nicht nochmal über die MAKV ab. Wenn sie dagegen eine Abrechnung nach der MAKV wählen, entfällt die Abrechnung des Hausbesuchs über den EBM.

Neu können Ärztinnen und Ärzte für die Lagerung und Abgabe der monoklonalen Antikörper von der Krankenhausapotheke die GOP 88403 zusätzlich zu den GOP 88400 bis 88402 abrechnen. Die GOP ist 40 Euro wert. Die Vergütung zahlen Ärztinnen und Ärzte an den Träger des Krankenhauses, dessen Krankenhausapotheke die monoklonalen Antikörper abgegeben hat.

Leistungen überblicken 

GOPKurzbeschreibungBewertung
88400Therapie mit monoklonalen Antikörpern bei Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Patientinnen und Patienten (§ 2 Abs. 2 Nr. 1 MAKV)450 Euro
88401Prophylaxe mit monoklonalen Antikörpern bei nicht mit Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Patienten mit einem erhöhten Risiko eines schweren Verlaufs (§ 2 Abs. 2 Nr. 2 MAKV)150 Euro
88402

Zuschlag für einen Besuch im Zusammenhang mit der GOP 88401

(§ 2 Abs. 2 Nr. 2 MAKV)
60 Euro
88403Lagerung und Abgabe von monoklonalen Antikörpern von der Krankenhausapotheke an Ärztinnen und Ärzte (§ 4 Abs. 2)40 Euro

Für Ärztinnen und Ärzte, die einen Einsatz mit den zentral beschafften monoklonalen Antikörpern bei Patientinnen und Patienten erwägen, hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) detaillierte Informationen bereitgestellt. Sie bieten Hintergrundinformationen zur Therapie mit monoklonalen Antikörpern sowie zu deren prophylaktischen Anwendung, einen Überblick über die grundsätzlichen Voraussetzungen sowie Hinweise für das Gespräch zu den Behandlungsoptionen und zu den nächsten Schritten.

Monoklonale Antikörper gegen das Spike-Protein können in der frühen Krankheitsphase die SARS-CoV-2-Viruslast bei leichter bis moderater COVID-19-Erkrankung senken. Sie sind damit eine der Optionen antiviraler Therapien von COVID-19.

Die Bundesregierung hat Dosen der Antikörperkombination Casirivimab/Imdevimab zentral beschafft. Diese Antikörperkombination hat mittlerweile eine Zulassung durch die Europäische Kommission unter dem Markennamen „Ronapreve“ erhalten. Bislang ausschließlich zur Behandlung einer COVID-19-Erkrankung eingesetzt, kann Ronapreve® nun auch zur Infektionsprophylaxe bei Patienten und Patientinnen angewandt werden, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer COVID-19 Erkrankung haben.

Die MAKV und die hierin geregelte Vergütung gilt nur für die von der Bundesregierung beschafften Antikörper. Für den ebenfalls kürzlich zugelassenen Wirkstoff Regdanvimab (Regkirona®) gilt die MAKV nicht. Nach Markteinführung in Deutschland können sie Regkirona® über das Muster 16 verordnen und es kann regulär über Apotheken bezogen werden. Nach der MAKV sind sowohl die Behandlung als auch die Prä- und Postexpositionsprophylaxe zulässig. Die Präexpositionsprophylaxe – also eine Anwendung ohne einen Kontakt zu einer Patientin oder Patienten mit COVID-19 – ist nicht vom Leistungsumfang der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) abgedeckt. 

zuletzt aktualisiert am: 09.12.2021

EBM-Begriffe verstehen

Zu speziellen Begriffen im EBM haben unsere Mitglieder immer wieder Fragen. Die KVH hat kurz und knapp in einer Übersicht zusammengefasst, was sie bedeuten.

Ansprechpartner

EBM-Hotline

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

Ihre Downloads ()

Ihre gesammelten Downloads können Sie jetzt komfortabel mit einem Klick herunterladen.

Alle herunterladen