Das Bundesgesundheitsministerium hat die Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) beschlossen. Vertragsärzte rechnen ihre Impfleistungen für gesetzliche und privat versicherte Patientenüber ihre Quartalsabrechnung mit der KVH ab.

Coronavirus-Impfverordnung

Seit dem 15. Dezember 2020 können Ärzte für bestimmte Patienten ein ärztliches Attest zu Vorerkrankungen für die Priorisierung zur Corona-Schutzimpfung ausstellen und Leistungen für den Aufwand abrechnen. Grundlage der Vergütung und der Vorgaben ist die Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV).

Vertragsärzte rechnen die Impfleistungen über ihre Quartalsabrechnung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) ab.

Für die generelle Impfung gegen COVID-19 in den Vertragsarztpraxen bestellen Praxen den Impfstoff über Apotheken. Die Veranlassung erfolgt auf Muster 16. Seit dem 7. April 2021 können die Hausarztpraxen impfen. Sobald genügend Impfstoff bereitgestellt wird, sollen alle Vertragsärzte einbezogen werden. Auf einer Themenseite hat die KVH weitere Details zum Impfen in den Praxen für Ärzte zusammengefasst.

Corona-Impfleistungen abrechnen

Ärzte rechnen die Erst- und Zweitimpfung anhand der Vorgaben CoronaImpfV ab. Die Impfleistung umfasst auch die Aufklärung und Impfberatung. Außerdem setzt die Vergütung die Dokumentation der Impfleistung voraus.

Hausbesuche und Mitbesuche können Praxen ebenfalls über die CoronaImpfV abrechnen. Ebenso gibt es eine Vergütung für die Impfberatung auch ohne nachfolgende Schutzimpfung. Die Impfberatung kann auch telefonisch oder per Video stattfinden.

Die ausschließliche Impfberatung in Höhe von zehn Euro kann durch alle Arztpraxen erfolgen. Ärzte beachten unbedingt, dass sie die ausschließliche Impfberatung im Krankheitsfall nicht neben den Schutzimpfungen, des Besuchs im Rahmen einer Impfung oder des Besuchs einer weiteren Person in derselben sozialen Gemeinschaft oder Einrichtung abrechnen dürfen.

Wichtig: Die Vergütung gilt für Kassen- und Privatpatienten.

Die Abrechnung erfolgt über die reguläre Quartalsabrechnung. Eine Übersicht über alle abzurechnenden Pseudo-GOP (Login erforderlich) hat die KVH leicht verständlich aufbereitet.

Ärzte können ab dem 1. April 2021 flächendeckend neue ICD-Kodierungen für die Impfleistungen nutzen.

U11.9: Notwendigkeit der Impfung gegen COVID-19, nicht näher bezeichnet

U12.9 - Sekundärkode: Unerwünschte Nebenwirkungen bei der Anwendung von COVID-19 Impfstoffen, nicht näher bezeichnet

Ärztliche Atteste abrechnen

Patienten mit hoher oder erhöhter Priorität (Priorisierungsstufen zwei und drei) für die Corona-Schutzimpfung haben gemäß CoronaImpfV einen Anspruch auf ein ärztliches Attest. Ärzte stellen dieses, wenn der Patient den Wunsch danach äußert, aus und erhalten dafür pauschal fünf Euro. Patienten müssen nicht extra zu ihrem Hausarzt gehen, um sich das Attest ausstellen zu lassen. Sofern der Patient aufgrund früherer Behandlung dem Arzt unmittelbar persönlich bekannt ist, kann er das ärztliche Attest auch telefonisch anfordern. Die Praxis schickt es dann per Post zu. Arztpraxen erhalten dafür 90 Cent.

Pseudo-GOPLeistungsinhaltKurzbeschreibungVergütung
88320ZeugnisausstellungÄrztliches Attest ausstellen im Kontext der CoronaImpfV5 Euro
88321PortopauschalePortopauschale im Kontext der CoronaImpfV für postalischen Versand90 Cent

Vertragsärzte rechnen bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) die Leistungen im Rahmen der CoronaImpfV wie gewohnt mit ihrer Quartalsabrechnung ab.

Sie können hierfür für ihre Patienten einen extra Behandlungsschein (unter der Bezeichnung KV Hessen – Abstrich Reiserückkehrer) anlegen.

Alternativ können Ärzte auch den Kostenträger Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) mit der IK: 100038825 nutzen.

Kostenträger

Name

VKNRIKKT-GruppeKT-Abrechnungsbereich
KV Hessen – Abstrich Reiserückkehrer408101000408103000

Wichtig: Auf diesen Scheinen rechnen Ärzte keine weiteren Leistungen aus dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) ab, da die CoronaImpfV, ebenso wie die TestV, keine Abrechnungsbestimmungen des EBM aufweist.

Bei GKV-Versicherten können sie die Pseudo-GOP auch auf dem üblichen GKV-Schein erfassen und die KVH splittet die Leistungen für sie ab zur Rechnungsstellung. Bei PKV-Versicherten nutzen sie den Schein mit dem Kostenträger für Reiserückkehrer. Die Impfleistungen für PKV-Versicherte werden in diesem Kontext auch über die KVH abgerechnet.

Die ImpfV schreibt den Leistungserbringern die Dokumentation der relevanten Informationen im Impfkontext dokumentiert vor. Einerseits sind dies die Angaben, die im Zuge der Quartalabrechnung mit übermittelt werden und andererseits die taggenaue Dokumentation zur Beobachtung des Impfgeschehens in Deutschland.

Bei der Abrechnung dokumentieren Ärzte:
  • Impfstoffname
  • Erstimpfung / Zweitimpfung
  • Indikation
  • Chargennummer

Die Kennzeichnung der Impfstoffe wird über die Pseudo-GOP abgebildet und die Erst-/Zweitimpfung sowie die Indikation (zum Beispiel Pflegeheimbewohner) über Suffixe zu den Pseudo-GOP. Für die Angabe der Chargennummer nutzen Ärzte das jeweilige Feld Ihres Praxisverwaltungssystems.

Täglich dokumentieren und übermitteln Ärzte:
  • die Anzahl der Erstimpfungen je Impfstoff
  • die Anzahl der Abschlussimpfungen je Impfstoff

Spätestens ab dem 1. April 2021 geben sie auch die Anzahl der bei über 60-Jährigen durchgeführten Impfungen an, aufgegliedert nach Erst- und Zweit- beziehungsweise Abschlussimpfung. Darüber soll erfasst werden, in welchem Umfang die Altersgruppen geimpft sind, die ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben.

Wie melden Sie diese Daten?

Die Corona-Impfverordnung sieht vor, dass die beauftragten Pilotpraxen zur Datenübermittlung entweder das elektronische Meldesystem der KBV (Impf-DokuPortal) oder des Robert-Koch-Institus (RKI) (DIM) nutzen können. Das Impf-Doku-Portal der KBV erreichen sie mit Ihren regulären Anmeldedaten über das KV-SafeNet-Portal. Die KBV stellt für Praxen eine Schritt für Schritt Anleitung für das Impf-DokuPortal bereit.

Wichtige Infos für Privatarztpraxen

Neben vertragsärztlich tätigen Praxen können auch privatärztlich tätige Praxen die Leistungen zur CoronaImpfV bei ihren Patienten erbringen und über die KVH abrechnen. Hierfür müssen sie sich zunächst registrieren. Die ausgedruckten Unterlagen zur Registrierung müssen sie zusammen mit einem Nachweis, dass sie eine privatärztliche Praxis betreiben (zum Beispiel von der Landesärztekammer Hessen), an die KVH schicken.

Die Registrierungsmaske für Privatarztpraxen zur Abrechnung im Rahmen der CoronaImpfV steht inzwischen zur Verfügung.

Ärzte können das Attest bei Patienten mit hoher oder erhöhter Priorität ausstellen. Nach der CoronaImpfV benötigen Patienten mit Vorerkrankungen der Priorisierungsstufen zwei und drei (hohe beziehungsweise erhöhte Priorität) ein ärztliches Attest, damit sie ihren Anspruch auf eine vorrangige Impfung nachweisen können. Dies ist immer dann der Fall, wenn der Betreffende nicht schon aufgrund seines Alters bevorzugt Anspruch hat in den Priorisierungsgruppen zwei ab 70 Jahre oder drei ab 60 Jahre. Hier kann der Nachweis über den Personalausweis erfolgen.

Um Praxen einen schnellen Überblick zu bieten, wem die Corona-Schutzimpfung wann angeboten wird, hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) die drei Priorisierungsgruppen höchste, hohe und erhöhte Priorität der CoronaImpfV in einem Schaubild übersichtlich dargestellt.

Ärzte, die ihren Patienten künftig ein Attest über Vorerkrankungen als Anspruchsnachweis für eine vorrangige Corona-Schutzimpfung ausstellen, müssen keine Details angeben. Eine formlose Bescheinigung, dass eine entsprechende Erkrankung besteht, ist ausreichend. Es reicht also aus, dass Ärzte Patienten bescheinigen, dass eine Erkrankung im Sinne von Paragraf 3 Ziffer 2 beziehungsweise von Paragraf 4 Ziffer 2 der Impfverordnung vorliegt. In den beiden Paragrafen sind die Krankheiten aufgeführt, bei denen eine Impfung prioritär erfolgen sollte.

Beispiele:

  • Ärztliches Attest bei den Vorerkrankungen nach Paragraf 3 Ziffer 2 der CoronaImpfV (Priorisierungsgruppe 2) Trisomie 21, Demenz oder geistige Behinderung sowie Menschen nach Organtransplantationen ausstellen – Beispiel für eine formlose Bescheinigung: „Bei dem Patienten (Name eintragen) liegt eine Erkrankung im Sinne von Paragraf 3 Ziffer 2 der CoronaImpfV vor.“
  • Vorerkrankungen nach Paragraf 4 Ziffer 2 der Impfverordnung (Priorisierungsgruppe 3) Diabetes mellitus, Herzerkrankungen (Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Vorhofflimmern, koronare Herzkrankheit oder arterielle Hypertension), zerebrovaskuläre Erkrankungen oder Schlaganfall, Krebs, COPD oder Asthma bronchiale, Autoimmunerkrankungen oder Rheuma, Immundefizienz oder HIV-Infektion, chronische Nierenerkrankung, chronische Lebererkrankung, Adipositas (BMI über 30). Beispiel für eine formlose Bescheinigung: „Bei Patient (Name eintragen) liegt eine Erkrankung im Sinne von Paragraf 4 Ziffer 2 der CoronaImpfV vor.“
zuletzt aktualisiert am: 26.04.2021

Ansprechpartner

EBM-Hotline

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

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