Eine Frau sitzt vor einem Schreibtisch. Sie telefoniert mit einem Handy während sie Dokumente liest.

Das Bundesgesundheitsministerium hat die Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) beschlossen. Vertragsärzte rechnen ihre Impfleistungen für gesetzliche und privat versicherte Patientenüber ihre Quartalsabrechnung mit der KVH ab.

Coronavirus-Impfverordnung

Die Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV)  wurde zum 1. September 2021 auf Bundesebene angepasst: 

  • Auffrischimpfungen (Boosterimpfungen): Ärzte können ab dem 1. September 2021 Auffrischimpfungen abrechnen. Hierfür gibt es bei den mRNA-Impfstoffen neue Suffixe zu den bekannten Pseudo-GOP. Auch Personen, die zuvor mit AstraZeneca oder Johnson & Johnson geimpft wurden, können die Auffrischimpfung anhand der Beschlüsse der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) mit einem mRNA-Impfstoff erhalten. Der Impfabstand zur ersten Impfserie beträgt sechs Monate und anhand der GMK-Beschlüsse sollen Personen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eine Auffrischimpfung erhalten (dazu gehören Pflegebedürftige und Personen ab 80 Jahren sowie immunsupprimierte und immungeschwächte Personen).
     
  • Ärzte erhalten ebenfalls neu eine Vergütung in Höhe von zwei Euro, wenn sie eine Schutzimpfung in den Impfausweis nachtragen. Voraussetzung: Sie haben den Patienten nicht selbst geimpft. Ärzte rechnen die Nachtragung über die neue Pseudo-Gebührenordnungsposition (GOP) 88335 ab.

Vertragsärzte rechnen die Impfleistungen über ihre Quartalsabrechnung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) ab.

Für die generelle Impfung gegen COVID-19 in den Vertragsarztpraxen bestellen Praxen den Impfstoff über Apotheken. Die Bestellung erfolgt auf Muster 16. Auf einer Themenseite hat die KVH weitere Details zum Impfen in den Praxen für Ärzte zusammengefasst.

Corona-Impfleistungen abrechnen

Ärzte rechnen die Erst- und Zweitimpfung sowie Auffrischimpfungen anhand der Vorgaben CoronaImpfV ab. Die Impfleistung umfasst auch die Aufklärung und Impfberatung. Außerdem setzt die Vergütung die Dokumentation der Impfleistung voraus.

Für die Auffrischimpfungen nutzen Ärzte das Suffix „R“ bei einer allgemeinen Indikation – also bei BioNTech/Pfizer 88331R und bei Moderna 88332R. Bei Pflegeheimbewohnern nutzen sie das Suffix „K“ und bei einer beruflichen Indikation das Suffix „X“. Die Vergütung beträgt auch bei den Auffrischimpfungen 20 Euro. Wichtig ist, dass Ärzte auch die Auffrischimpfungen mit 88360 kennzeichnen, wenn die Impfung im Rahmen einer betriebsärztlichen Tätigkeit erfolgt.

Hausbesuche und Mitbesuche können Praxen ebenfalls über die CoronaImpfV abrechnen. Auch bei einem Hausbesuch können Impfung und Krankenbehandlung (Abrechnung über den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) zusammenfallen. Ärzte rechnen dann jedoch nicht zwei Hausbesuche ab. Wenn sie die Leistung schon nach dem EBM abrechnen (Hausbesuch und Wegepauschale), ist ein Aufsuchen des Patienten für die Impfung nach der CoronaImpfV nicht mehr notwendig und sie rechnen den Besuch nicht nochmal über die CoronaImpfV ab. Wenn Ärzte eine Abrechnung nach der CoronaImpfV wählen, entfällt die Abrechnung des Hausbesuchs über den EBM.

Ebenso gibt es eine Vergütung für die Impfberatung auch ohne nachfolgende Schutzimpfung. Die Impfberatung kann auch telefonisch oder per Video stattfinden.

Die ausschließliche Impfberatung in Höhe von zehn Euro kann durch alle Arztpraxen erfolgen. Ärzte beachten unbedingt, dass sie die ausschließliche Impfberatung im Krankheitsfall nicht neben den Schutzimpfungen, des Besuchs im Rahmen einer Impfung oder des Besuchs einer weiteren Person in derselben sozialen Gemeinschaft oder Einrichtung abrechnen dürfen.

Wichtig: Die Vergütung gilt für Kassen- und Privatpatienten.

Die Abrechnung erfolgt über die reguläre Quartalsabrechnung. Eine Übersicht über alle abzurechnenden Pseudo-GOP (Login erforderlich) hat die KVH leicht verständlich aufbereitet.

Ärzte können ab dem 1. April 2021 flächendeckend neue ICD-Kodierungen für die Impfleistungen nutzen.

U11.9: Notwendigkeit der Impfung gegen COVID-19, nicht näher bezeichnet

U12.9 - Sekundärkode: Unerwünschte Nebenwirkungen bei der Anwendung von COVID-19 Impfstoffen, nicht näher bezeichnet

Wenn Ärzte Impfzertifikate für ihre Patienten ausstellen ohne diese selbst geimpft zu haben, können sie beispielsweise den ICD-Kode Z02 (Untersuchung und Konsultation aus administrativen Gründen) auf dem Behandlungsschein dokumentieren.

Impfzertifikate abrechnen

Bei Patienten, die in der eigenen Praxis geimpft wurden, erhalten Ärzte sechs Euro je Zertifikat für die erste und für die zweite Impfung. Wird das Zertifikat (QR-Code) direkt aus dem Praxisverwaltungssystem (PVS) erstellt und somit ohne nochmalige Eingabe der Daten, beträgt die Vergütung jeweils zwei Euro. Dies gilt auch nachträglich für erstmalig auszustellende Impfzertifikate und bei Abhandenkommen einer bereits erstellten Ausfertigung.

Arztpraxen können Impfzertifikate auch für Patienten ausstellen, die sie nicht selbst geimpft haben. Dafür erhalten Praxen ab dem 8. Juli 2021 je Zertifikat sechs Euro. Das wurde in der CoronaImpfV neu am 6. Juli 2021 auf Bundesebene beschlossen. Vom 7. Juni. bis 7. Juli 2021 haben Praxen für das Ausstellen des ersten Zertifikats bei Patienten, die sie nicht selbst geimpft haben, 18 Euro erhalten.

Um den Aufwand für die Ärzte möglichst gering zu halten, soll das Ausstellen der Impfzertifikate direkt aus dem PVS möglich sein. So können die dokumentierten Patientendaten aus dem PVS für das Zertifikat genutzt und eine nochmalige Erfassung der Daten vermieden werden. Die Bundesregierung hat die PVS-Hersteller aufgefordert, mit dem Software-Update Ende Juni 2021 – spätestens jedoch zum 12. Juli – ein entsprechendes Software-Modul bereitzustellen.

Das Zertifikat-Modul wird den Arztpraxen kostenfrei zur bestehenden Lizenz im Rahmen des PVS-Vertrages zur Verfügung gestellt. Die Finanzierung übernimmt der Bund.

Der Impfnachweis über das gelbe Impfbuch ist weiterhin möglich und gültig.

Vertragsärzte rechnen bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) die Leistungen im Rahmen der CoronaImpfV wie gewohnt mit ihrer Quartalsabrechnung ab.

Sie können hierfür für ihre Patienten einen extra Behandlungsschein (unter der Bezeichnung KV Hessen – Abstrich Reiserückkehrer) anlegen.

Alternativ können Ärzte auch den Kostenträger Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) mit der IK: 100038825 nutzen.

Kostenträger

Name

VKNRIKKT-GruppeKT-Abrechnungsbereich
KV Hessen – Abstrich Reiserückkehrer408101000408103000

Wichtig: Auf diesen Scheinen rechnen Ärzte keine weiteren Leistungen aus dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) ab, da die CoronaImpfV, ebenso wie die TestV, keine Abrechnungsbestimmungen des EBM aufweist.

Bei GKV-Versicherten können sie die Pseudo-GOP auch auf dem üblichen GKV-Schein erfassen und die KVH splittet die Leistungen für sie ab zur Rechnungsstellung. Bei PKV-Versicherten nutzen sie den Schein mit dem Kostenträger für Reiserückkehrer. Die Impfleistungen für PKV-Versicherte werden in diesem Kontext auch über die KVH abgerechnet.

Die ImpfV schreibt den Leistungserbringern die Dokumentation der relevanten Informationen im Impfkontext dokumentiert vor. Einerseits sind dies die Angaben, die im Zuge der Quartalabrechnung mit übermittelt werden und andererseits die taggenaue Dokumentation zur Beobachtung des Impfgeschehens in Deutschland.

Bei der Abrechnung dokumentieren Ärzte:
  • Impfstoffname
  • Erstimpfung / Zweitimpfung / Auffrischimpfung
  • Indikation
  • Chargennummer

Die Kennzeichnung der Impfstoffe wird über die Pseudo-GOP abgebildet und die Erst-/Zweitimpfung/Auffrischimpfung sowie die Indikation (zum Beispiel Pflegeheimbewohner) über Suffixe zu den Pseudo-GOP. Für die Angabe der Chargennummer nutzen Ärzte das jeweilige Feld Ihres Praxisverwaltungssystems.

Täglich dokumentieren und übermitteln Ärzte:
  • die Anzahl der Erstimpfungen je Impfstoff
  • die Anzahl der Abschlussimpfungen je Impfstoff
  • die Anzahl der Auffrischimpfungen je Impfstoff

Ärzte geben auch die Anzahl der durchgeführten Impfungen bei unter 18-Jährigen und über 60-Jährigen an, aufgegliedert nach Erst-, Zweit- und Auffrischimpfung. 

Wie melden Sie diese Daten?

Die Corona-Impfverordnung sieht vor, dass die beauftragten Pilotpraxen zur Datenübermittlung entweder das elektronische Meldesystem der KBV (Impf-DokuPortal) oder des Robert-Koch-Institus (RKI) (DIM) nutzen können. Das Impf-Doku-Portal der KBV erreichen sie mit Ihren regulären Anmeldedaten über das KV-SafeNet-Portal. Die KBV stellt für Praxen eine Schritt für Schritt Anleitung für das Impf-DokuPortal bereit.

Wichtige Infos für Privatarztpraxen, Betriebsärzte und weitere Leistungserbringer

Neben vertragsärztlich tätigen Praxen können auch privatärztlich tätige Praxen und Betriebsärzte Leistungen der CoronaImpfV erbringen und über die KVH abrechnen. Seit dem 1. September 2021 gilt dies auch für von den zuständigen Stellen der Länder beauftragte Dritte sowie Krankenhäuser. Hierfür müssen sie sich zunächst registrieren.

Die Registrierungsmaske für Privatarztpraxen für Privatarztpraxen und Betriebsärzte im Rahmen der CoronaImpfV steht zur Verfügung. Die neuen Vorgaben (zum Beispiel für Beauftragte) müssen noch umgesetzt werden.

zuletzt aktualisiert am: 03.09.2021

Ansprechpartner

EBM-Hotline

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

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