Verlängert: Verschiedene besondere Abrechnungsregelungen wegen der Corona-Pandemie gelten weiterhin. Das gilt insbesondere für die Videosprechstunde.

Coronavirus: Sonderregelungen verlängert

Sonderregelungen, die aufgrund der Corona-Pandemie beschlossen und bis zum 30. September 2020 verlängert wurden, gelten bis 30. Juni 2021 oder darüber hinaus weiter.

  1. Telefonsprechstunde: Ärzte und Psychotherapeuten können seit dem 2. November 2020 wieder die Telefonsprechstunde mit den Zuschlägen  – Gebührenordnungspositionen (GOP) 01433 oder 01434 – durchführen und abrechnen. Die Sonderregelung gab es bereits für das zweite Quartal 2020. Wegen den steigenden Infektionszahlen in der Corona-Pandemie wurden die Zuschläge wieder in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen.

    Neu: Fachärzte können die GOP 01434 rückwirkend zum 1. Januar 2021 auch dann abrechnen, wenn sie ihren Patienten im selben Quartal persönlich oder per Video treffen (davor war das nur beispielsweise für Hausärzte und Psychotherapeuten möglich). Die GOP 01434 können sie neben der Grundpauschale oder Konsiliarpauschale abrechnen. Das betrifft bei den Grundpauschalen die Fachgruppen der Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, Gynäkologen, HNO-Ärzte, Hautärzte, Humangenetiker, Internisten, MKG-Ärzte, Orthopäden, Phoniater, Urologen und PRM-Ärzte.

    Die genauen Regelungen je Fachgruppen finden Ärzte in der Übersicht auf der EBM-Änderungsseite zur Telefonsprechstunde.Bei Hausärzten sowie Kinder- und Jugendärzten wird bei der Telefonsprechstunde nicht mehr das Gesprächsbudget belastet. Sie erhalten die GOP 01434 auch dann in voller Höhe vergütet, wenn sie die Versichertenpauschale abrechnen. Auch die Fachgruppen der Kapitel 14, 16, 21, 22 und 23 können die GOP 01433 nun unabhängig von einem Punktzahlvolumen abrechnen. Diese Regelung gilt ebenfalls rückwirkend zum 1. Januar 2021

  2. Neue Regelung zu Chronikerpauschalen: Bei den Zuschlägen zu den hausärztlichen Chronikerpauschalen (GOP 03221/04221) gibt es rückwirkend zum 1. Januar 2021 eine Vereinfachung. Ärzte können sie auch dann abrechnen, wenn nur ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt und ein weiterer Kontakt per Video oder Telefon stattfindet. Normalerweise sind mindestens zwei persönliche Kontakte im Quartal erforderlich, damit die Zuschläge berechnet werden können.

  3. AU-Bescheinigung per Telefon: Ärzte können seit dem 19. Oktober 2020 wieder Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) nach telefonischer Anamnese bei leichten Erkrankungen der oberen Atemwege ausstellen. Sie können hierbei den telefonischen Kontakt und den postalischen Versand der AU-Bescheinigung abrechnen.

  4.  U-Untersuchung: Zeiträume weiterhin ausgesetzt. Ärzte können die Kinder-Untersuchungen U6, U7, U7a, U8 sowie U9 auch weiterhin bei Überschreitung der Untersuchungszeiträume und Toleranzzeiten durchführen. Wichtig: Diese Sonderregelung gilt so lange, wie der Deutsche Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite nach Paragraf 5 Absatz 1 Infektionsschutzgesetz feststellt – und bis zu drei Monate darüber hinaus.

  5. Infektionsdialysen: Die Kostenpauschalen (GOP 40835 und 40836) können Ärzte bis 31. März 2021 ausdrücklich auch bei Quarantäne-Patienten und bei Kontaktpersonen abrechnen. Es handelt sich bei den Kostenpauschalen um Zuschläge für die Infektionsdialyse.

  6. Regelungen zur Erstattung von Portokosten für Folgeverordnungen und Überweisungen: 
     
  7. Videosprechstunden mit 20-Prozent-Obergrenzen bleiben ausgesetzt: Betrifft behandlungsfall- und leistungsbezogene Begrenzungen bei der Durchführung der Videosprechstunde durch Ärzte und Psychotherapeuten. Ärzte und Psychotherapeuten können unbegrenzt Videosprechstunden anbieten. Fallzahl und Leistungsmenge sind nicht limitiert.
     
  8. Psychotherapeutische Sprechstunden, probatorische Sitzungen sowie probatorische Sitzungen in der Neuropsychologie per Video in Ausnahmefällen möglich: Ausnahmefälle sind zum Beispiel, wenn ein Aufsuchen der Praxis dem Patienten nicht zumutbar ist.
     
  9. Gruppentherapie kann unbürokratisch in Einzeltherapie umgewandelt werden: Für je eine bewilligte Gruppensitzung (100 Minuten) darf je eine Einzelsitzung durchgeführt werden (50 Minuten), formlose Anzeige bei der Krankenkasse ist ausreichend.
     
  10. Sozialpsychiatrie: Videogestützte Maßnahmen einer funktionellen Entwicklungstherapie dürfen durch qualifizierte Mitarbeiter durchgeführt werden.
     
  11. Substitution: Das therapeutische Gespräch bei der Behandlung Opioidabhängiger ist weiterhin achtmal im Behandlungsfall möglich und kann auch im Rahmen einer Videosprechstunde durchgeführt werden. Wichtig: Ärzte können die GOP 01952 „Zuschlag Therapiegespräch“ bei telefonischem Arzt-Patienten-Kontakt Können erneut seit dem vierten Quartal 2020 bis 31. März 2021 durchführen und abrechnen.
zuletzt aktualisiert am: 26.04.2021

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