Verlängert: Verschiedene besondere Abrechnungsregelungen wegen der Corona-Pandemie gelten weiterhin. Das gilt insbesondere für die Videosprechstunde.

Coronavirus: Sonderregelungen verlängert

Sonderregelungen, die aufgrund der Corona-Pandemie beschlossen und bis zum 30. September 2020 verlängert wurden, gelten bis 31. Dezember 2020 oder darüber hinaus weiter.

Länger gültige Sonderregelungen

  1. Telefonische AU-Bescheinigung per Telefon: Ärzte können seit dem 19. Oktober 2020 wieder Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) nach telefonischer Anamnese bei leichten Erkrankungen der oberen Atemwege ausstellen. Sie können hierbei den telefonischen Kontakt und den postalischen Versand der AU-Bescheinigung abrechnen.
     
  2.  U-Untersuchung: Zeiträume weiterhin ausgesetzt. Ärzte können die Kinder-Untersuchungen U6, U7, U7a, U8 sowie U9 auch weiterhin bei Überschreitung der Untersuchungszeiträume und Toleranzzeiten durchführen. Wichtig: Diese Sonderregelung gilt so lange, wie der Deutsche Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite nach Paragraf 5 Absatz 1 Infektionsschutzgesetz feststellt – und bis zu drei Monate darüber hinaus.
     
  3. Infektionsdialysen: Die Kostenpauschalen (GOP 40835 und 40836) können Ärzte bis 31. März 2021 ausdrücklich auch bei Quarantäne-Patienten und bei Kontaktpersonen abrechnen. Es handelt sich bei den Kostenpauschalen um Zuschläge für die Infektionsdialyse.

Verlängerte Sonderregelungen bis zum 31. Dezember 2020

  1. Videosprechstunden mit 20-Prozent-Obergrenzen bleiben ausgesetzt: Betrifft behandlungsfall- und leistungsbezogene Begrenzungen bei der Durchführung der Videosprechstunde durch Ärzte und Psychotherapeuten. Ärzte und Psychotherapeuten können somit auch im vierten Quartal 2020 unbegrenzt Videosprechstunden anbieten. Fallzahl und Leistungsmenge sind nicht limitiert.
     
  2. Psychotherapeutische Sprechstunden, probatorische Sitzungen sowie probatorische Sitzungen in der Neuropsychologie per Video in Ausnahmefällen möglich: Ausnahmefälle sind zum Beispiel, wenn ein Aufsuchen der Praxis dem Patienten nicht zumutbar ist.
     
  3. Gruppentherapie kann unbürokratisch in Einzeltherapie umgewandelt werden: Für je eine bewilligte Gruppensitzung (100 Minuten) darf je eine Einzelsitzung durchgeführt werden (50 Minuten), formlose Anzeige bei der Krankenkasse ist ausreichend.
     
  4. Sozialpsychiatrie: Videogestützte Maßnahmen einer funktionellen Entwicklungstherapie dürfen durch qualifizierte Mitarbeiter durchgeführt werden.
     
  5. Substitution: Das therapeutische Gespräch bei der Behandlung Opioidabhängiger ist weiterhin achtmal im Behandlungsfall möglich und kann auch im Rahmen einer Videosprechstunde durchgeführt werden. Wichtig: Ärzte können dagegen die GOP 01952 „Zuschlag Therapiegespräch“ bei telefonischem Arzt-Patienten-Kontakt seit dem 1. Juli 2020 nicht mehr abrechnen.
  • Vergütungsregelung für mehr Telefonsprechstunde: Ein Grund für die Entscheidung des Bewertungsausschusses sind die sinkenden Infektionszahlen in Deutschland und die damit einhergehenden Lockerungsmaßnahmen. Sie ermöglichen es, dass die Patienten unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen wieder in die Praxis kommen können und dringende Behandlungen, Kontrollen oder Früherkennungsuntersuchungen nicht länger aufschieben. Eine telefonische Beratung ist selbstverständlich weiterhin möglich und wird über die Grund- beziehungsweise Versichertenpauschale vergütet.
  • Regelungen zur Erstattung von Portokosten für Folgeverordnungen und Überweisungen
zuletzt aktualisiert am: 28.09.2020

Coronatests & Abrechnung

Speziell für Mitglieder hat die KVH eine Übersicht der aktuellen Corona-Abrechnungsmöglichkeiten zusammengestellt (bitte einloggen). Die KVH aktualisiert derzeit die Übersicht wegen der neuen Rechtsverordnung (RVO) des Bundesgesundheitsministeriums (BMG). Sie steht in Kürze wieder zur Verfügung.

EBM-Begriffe verstehen

Zu speziellen Begriffen im EBM haben unsere Mitglieder immer wieder Fragen. Die KVH hat kurz und knapp in einer Übersicht zusammengefasst, was sie bedeuten.

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