Clamydienscreening

Beratungsgespräche zu Tests lohnen sich

Zum Clamydienscreening beraten und fördern lassen

Die Teilnehmerrate am Chlamydienscreening bei Patientinnen bis zum vollendeten 25. Lebensjahr wird im Rahmen der Empfängnisregelung gefördert. Ärzte erhalten eine zusätzliche Vergütung, wenn sich etwa jede dritte Patientin nach dem Beratungsgespräch für einen Test auf Chlamydien entscheidet.

Chlamydien sind Bakterien und gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Auch wenn die Infektion mit Chlamydien oft keine Beschwerden verursacht, kann sie dennoch für junge Frauen ernste Folgen haben. Im schlimmsten Fall kann es zur Unfruchtbarkeit kommen. Wird die Infektion rechtzeitig erkannt, kann sie gut mit Antibiotika behandelt werden.

Zum Chlamydienscreening beraten und abrechnen

Wenn Ärzte Patientinnen zum Chlamydienscreening beraten, rechnen sie die Gebührenordnungsposition (GOP) 01823 ab. Sie ist ein Zuschlag zu der GOP 01821 (Beratung im Rahmen der Empfängnisregelung) oder zu der GOP 01822 (Beratung einschließlich Untersuchung im Rahmen der Empfängnisregelung).

Ärzte beraten ihre Patientinnen zum Chlamydienscreening nach den Vorgaben aus Abschnitt B Nr. 6 der Richtlinie zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch des Gemeinsames Bundesausschusses (G-BA) und händigen das Merkblatt  zum Chlamydienscreening (aus Anlage I der Richtline) aus.

Das Merkblatt können Ärzte direkt über die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) beziehen. Sie senden dazu eine E-Mail an das Team Mitgliederservice Sonderverträge.

Die GOP 01823 ist 5,56 Euro wert (50 Punkte); bundeseinheitlicher Punktwert 2021 ist 11,1244 Cent. Ärzte können sie einmal je Krankheitsfall abrechnen.

Ärzte rechnen die GOP 01824 ab, wenn sie die Untersuchung auf Chlamydia trachimatis mit der GOP 01840 veranlassen. Sie können die GOP 01824 einmal im Krankheitsfall bei ihren Patientinnen bis zum vollendeten 25. Lebensjahr ansetzen.

Wichtig: Ärzte rechnen die GOP 01824 nur dann ab, wenn sie die Urinuntersuchung nach der GOP 01840 veranlassen oder selbst in der Praxis durchführen. 

Die KVH berechnet dann die im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) vorgegebene Durchführungsquote. Diese bezieht sich auf das Verhältnis von Veranlassung (GOP 01824) des Chlamydienscreenings zur Beratung (GOP 01823) über das Chlamydienscreening. Wenn die Durchführungsquote für das Quartal erreicht ist, erhalten Ärzte die Vergütung zur GOP 01824.

Die GOP 01824 ist 5,56 Euro wert (50 Punkte); bundeseinheitlicher Punktwert 2021 ist 11,1244 Cent. Praxen können sie auch dann ansetzen, wenn sie selbst die Laboruntersuchung des Urins mit der GOP 01840 durchführen.

Der Labortest auf Chlamydien erfolgt wie gewohnt. Um die Erreger nachweisen zu können, untersuchen Ärzte eine Urinprobe der Patientin. Hierfür können sie die GOP 01840 abrechnen. Die GOP 01840 ist 7,45 Euro wert (67 Punkte); bundeseinheitlicher Punktwert 2021 ist 11,1244 Cent. Ärzte können sie einmal je Krankheitsfall abrechnen.

Die KVH ermittelt die Durchführungsquote je Praxis und Quartal durch den Anteil der GOP 01824 im Verhältnis zur Anzahl an Behandlungsfällen mit der GOP 01823.

  • 1. April bis 31. Dezember 2020: Mindestens 30 Prozent abgerechnete GOP 01823 münden in eine Veranlassung zur Untersuchung (nach der GOP 01840) mit abgerechneter GOP 01824 durch die Ärzte –  GOP 01824 wird vergütet
  • 1. Januar 2021 - 31. Dezember 2021: Mindestens 40 Prozent abgerechnete GOP 01823 münden in eine Veranlassung zur Untersuchung (nach der GOP 01840) mit abgerechneter GOP 01824 durch die Ärzte – GOP 01824 wird vergütet
     
  • Ab 1. Januar 2022: Mindestens 50 Prozent abgerechnete GOP 01823 münden in eine Veranlassung zur Untersuchung (nach der GOP 01840) mit abgerechneter GOP 01824 durch die Ärzte – GOP 01824 wird vergütet

Gynäkologen können die Leistungen (GOP 01823 und GOP 01824) automatisch durchführen und abrechnen.

Zudem können Allgemeinmediziner und Kinder- und Jugendmediziner die beiden Leistungen abrechnen. Vorausgesetzt sie haben der KVH für die GOP 01821 und 01822 nachgewiesen, dass sie die Leistungen bereits vor dem 31. Dezember 2002 abgerechnet haben oder über eine mindestens einjährige gynäkologische Weiterbildung verfügen.

Allgemeinmediziner und Kinder- und Jugendmediziner, die die Voraussetzungen erfüllen und noch keine Genehmigung haben, stellen sie dazu einen formlosen Antrag an die KVH. Ein Schreiben mit der Bitte um Genehmigung und dem geforderten Nachweis an das Team Antragsverfahren reicht aus. Wichtig: Genehmigungen können nicht rückwirkend erteilt werden.

zuletzt aktualisiert am: 23.03.2021

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