In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) rechnen Ärzte und Psychotherapeuten ihr Honorar einmal im Quartal nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) mit ihrer Kassenärztlichen Vereinigung ab, die die Daten prüft und sie wiederum mit der Krankenkasse des Patienten abrechnet.

Änderungen am EBM

Der Bewertungsausschuss überarbeitet den EBMregelmäßig. Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) bereitet die sich daraus ergebenden, abrechnungsrelevanten Infos verständlich auf, damit ihre Mitglieder in Hessen über alle Regelungen auf dem Laufenden bleiben.

Änderungen zum 1. Januar 2019

Im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) werden inhaltliche und redaktionelle Änderungen vorgenommen. Diese gelten entweder ab dem 1. Januar 2019 oder rückwirkend zum 1. Oktober 2018.

Radiologen und Strahlentherapeuten dürfen Samstagszuschlag abrechnen

Bisher konnten Radiologen und Strahlentherapeuten an Samstagen allein ihre Behandlungsleistungen abrechnen, aber nicht die Gebührenordnungsposition (GOP) 01102 als Samstagszuschlag aus dem EBM.
Ab Januar 2019 können auch Radiologen und Strahlentherapeuten, wenn sie an Samstagen zwischen 7 Uhr und 14 Uhr Patienten behandeln, die GOP 01102 als Samstagszuschlag abrechnen. Die GOP 01102 ist mit 10,93 Euro bewertet (101 Punkte, bundeseinheitlicher Orientierungspunktwert 2019 von 10,8226 Cent).

Screening auf Bauchaortenaneurysmen

Die kurative Uro-Genital-Sonographie GOP 33043 ist neu neben dem Screening auf Bauchaortenaneurysmen GOP 01748 am gleichen Behandlungstag berechnungsfähig. Der bisherige Abrechnungsausschluss wird zum 1. Januar 2019 aufgehoben. Patienten müssen also nicht mehr an zwei Tagen einbestellt werden.
Bei der gleichzeitigen Abrechnung der GOP 33043 und der GOP 01748 wird wegen der entfallenden Wechselseiten (die Untersuchung kann sich direkt anschließen) ein Abschlag auf die GOP 33043 von acht Punkten vorgenommen (die GOP 33043 wird in dem Fall mit 79 Punkten anstelle von 87 Punkten bewertet).
Das Screening auf Bauchaortenaneurysmen wurde zum 1. Januar 2018 in den EBM aufgenommen.

Früherkennungsuntersuchung Hautkrebs

Die elektronische Dokumentation zum Hautkrebs wird zum 1. Januar 2019  angepasst. Über die Anpassung der Vergütung soll im Rahmen der EBM‐Weiterentwicklung beraten werden. In einer Protokollnotiz wurde festgehalten, dass der Dokumentationsaufwand im Rahmen der möglichen Aufnahme der Dermatoskopie als Leistung in den EBM überprüft und gegebenenfalls neu bewertet werden soll.

Neuropädiatrische Betreuung Zusatzpauschale

Die Zusatzpauschale für die neuropädiatrische Betreuung (GOP 04433) ist ab 1. Januar auch für Patienten mit dem ICD-10-Code G90.60 (Komplexes regionales Schmerzsyndrom der oberen Extremität, Typ II: Kausalgie) berechnungsfähig.

Hintergrund ist, dass das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) den ICD-10-Code G56.4 (Mononeuropathien der oberen Extremität: Kausalgie) gestrichen hat. Der medizinische Inhalt des ICD-10-Codes G56.4 wird über den neuen ICD-10-Code G90.60 abgebildet.

Elektronischer Medikationsplan

Mit dem E‐Health‐Gesetz wurde festgelegt, dass Versicherte ab Januar 2019 Anspruch auf Speicherung des Medikationsplans auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) haben, sofern sie dies wünschen. Technisch ist dies zwar noch nicht umsetzbar, der Bewertungsausschuss hat aber bereits die nötigen Anpassungen im EBM beschlossen.

Notfalldatensatz

Wenn Ärzte einen Notfalldatensatz auf der eGK anlegen oder löschen ist vorgesehen, dass sie einen Zuschlag zur Grund‐ beziehungsweise Versichertenpauschale erhalten (GOP 01640 bis 01642). Diese Zuschläge sind nach Anhang 3 des EBM Bestandteil der fachärztlichen Grundversorgung. Der Bewertungsausschuss hat klargestellt, dass die Zuschläge zur internistischen Grundversorgung – konkret die GOP 13294, 13344, 13394, 13543, 13594, 13644 und 13694 – auch in Behandlungsfällen berechnungsfähig sein werden, in denen ausschließlich die Zuschläge für die Anlage und Löschung eines Notfalldatensatzes berechnet werden. Die Anpassung im EBM erfolgt zum 1. Januar 2019.

Hyperbare Sauerstofftherapie

Rückwirkend zum 1. Oktober 2018 hat der Bewertungsausschuss beschlossen, dass auch Dermatologen die Betreuung eines Patienten zwischen den Druckkammerbehandlungen bei der hyperbaren Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußsyndrom (GOP 30214) berechnen dürfen. Der neue Abschnitt 30.2.2 zur Hyperbaren Sauerstofftherapie für Patienten mit diabetischem Fußsyndrom wurde zum 1. Oktober 2018 in den EBM aufgenommen.


Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve bei koronarer Herzkrankheit.

Ebenfalls rückwirkend zum 1. Oktober 2018 wird vom Bewertungsausschuss klargestellt, dass die Sachkostenpauschale 40301 für die Durchführung der Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve belegärztlich nicht berechnungsfähig ist. Dazu wird die Sachkostenpauschale 40301 in die Nummer 3 der EBM‐Präambel aufgenommen. Die Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit wurde zum 1. Oktober 2018 in den EBM aufgenommen.

Pflegeheime können ihren Bewohnern eine gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase anbieten. Wenn Ärzte in die Beratung mit einbezogen werden, können sie die neue Gebührenordnungsposition (GOP) 37400 im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) abrechnen.

GOP 37400 für die ärztliche Mitbetreuung

Haus- und Fachärzte können ab Januar 2019 die neue GOP 37400 abrechnen, wenn sie mit einem qualifizierten Berater nach der Vereinbarung nach § 132g Abs. 3 SGB V  zusammenarbeiten.

Die Leistung ist mit 10,82 Euro bewertet (100 Punkte, bundeseinheitlicher Orientierungspunktwert 2019 von 10,8226 Cent) und soll zunächst extrabudgetär vergütet werden.

Die GOP 37400 wird in den neuen Abschnitt 37.4 im EBM aufgenommen und kann einmal im Behandlungsfall abgerechnet werden.

Bei der Abrechnung der GOP 37400 geben Ärzte im freien Begründungsfeld (Feldkennung 5009) den Namen des Beraters an. Grund: Der EBM fordert den Nachweis, dass der Arzt mit dem Berater des Patienten bei der Versorgungsplanung zusammengearbeitet hat.

Inhalt der GOP 37400 ist die Teilnahme an einem patientenorientierten Beratungsgespräch, das der Berater durchführt, die Teilnahme an einer Fallbesprechung und/oder die Abstimmung der schriftlichen Patientenverfügung für Notfallsituationen mit dem Berater. Die Patientenverfügung erstellt der Berater, der betreuende Arzt unterschreibt sie.

Ärzte können die GOP 37400 auch dann abrechnen, wenn das Beratungsgespräch telefonisch erfolgt.

Nur ein Vertragsarzt kann die GOP 37400 im Behandlungsfall für die Zusammenarbeit mit dem Berater abrechnen.

Versorgungsplanung

Die gesundheitliche Versorgungsplanung soll die meist älteren Heimbewohner in der letzten Lebensphase und während des Sterbeprozesses unterstützen. Entsprechend qualifizierte Berater der Pflegeheime oder der Behinderteneinrichtungen klären mit den Patienten die Vorstellungen über die Art, das Ausmaß und die Intensität von medizinischen und pflegerischen Maßnahmen und kommunizieren diese. Dabei sollen auch mögliche Notfallsituationen besprochen sowie Vorsorgeinstrumente wie eine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht thematisiert und verfasst werden.

Die Versorgungsplanung übernimmt ein Berater, den die Einrichtung bestimmt. Dieser tauscht sich mit dem behandelnden Arzt aus. Wenn die medizinischen Fragestellungen zu komplex sind und der Arzt persönlich am Beratungsprozess teilnehmen muss, erfolgt eine Fallbesprechung.

Der Beschluss zur Aufnahme der ärztlichen Zweitmeinung in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab  (EBM) tritt zum 1. Januar 2019 in Kraft. Für den indikationsstellenden Arzt wird die neue Gebührenordnungsposition (GOP) 01645 in den Abschnitt 1.6 EBM aufgenommen. Für die ärztliche Zweitmeinung wird der neue Abschnitt 4.3.9 in den Allgemeinen Bestimmungen des EBM aufgenommen.
Durch eine zweite ärztliche Meinung soll das Risiko einer zu weiten Indikationsstellung und damit zu hohen Zahlen bestimmter planbarer „mengenanfälliger“ Eingriffe, die nicht immer medizinisch geboten sind, verringert werden. Ein rechtlicher Zweitmeinungsanspruch besteht bei einer Mandeloperation (Tonsillotomie oder Tonsillektomie) sowie bei einer Gebärmutterentfernung (Hysterektomie). Weitere Indikationen sollen folgen.

GOP 01645 für indikationsstellenden Arzt

Ärzte müssen nach der Zweitmeinungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) Patienten über ihren Rechtsanspruch informieren, wenn sie die Indikation für einen der oben genannten planbaren Eingriffe stellen.

In der Praxis heißt das: Rät ein HNO-Arzt einem Patienten zu einer Tonsillektomie, Tonsillotomie oder ein Gynäkologe zu einer Hysterektomie, muss er den Patienten darauf hinweisen, dass er sich vor dem Eingriff eine Zweitmeinung einholen kann. Er händigt ihm dazu alle für die Zweitmeinungsberatung nötigen Befunde sowie ein Merkblatt des G-BA aus. Der indikationsstellende Arzt muss den Patienten auf die Liste der zweitmeinungsgebenden Ärzte hinweisen. Sobald die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) diese Ärzte benennen kann, werden sie in der Arztsuche in Hessen  veröffentlicht.

Der indikationsstellende Arzt rechnet für die Aufklärung zur Zweitmeinung mit den oben aufgeführten Bestandteilen die neue GOP 01645 ab. Die Leistung ist mit 8,12 Euro bewertet (75 Punkte, bundeseinheitlicher Orientierungspunktwert 2019 von 10,8226 Cent) und soll zunächst extrabudgetär vergütet werden. Die GOP 01645 kann einmal im Krankheitsfall abgerechnet werden. Die Aufklärung zur Zweitmeinung soll vom indikationsstellenden Arzt mindestens zehn Tage vor dem geplanten Eingriff erfolgen.

GOP 01645 benötigt ein Suffix:
Bei der Aufklärung zur Zweitmeinung bei einer bevorstehenden Mandeloperation setzt der HNO-Arzt das Suffix „A“ an. Er rechnet also die GOP 01645A ab.
Bei der Aufklärung zur Zweitmeinung bei einer bevorstehenden Gebärmutterentfernung setzt der Gynäkologe das Suffix „B“ an. Er rechnet also die GOP 01645B ab.
 

Zweitmeinung

Im neuen Abschnitt 4.3.9 der Allgemeinen Bestimmungen EBM wird festgelegt, dass der zweitmeinungsgebende Arzt die arztgruppenspezifischen Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschalen seiner Arztgruppe beim ersten Arzt-Patienten-Kontakt abrechnet.
Die Zweitmeinung umfasst die Durchsicht vorliegender Befunde des indikationsstellenden Arztes und ein Anamnesegespräch. Hinzu kommen ärztliche Untersuchungen, sofern sie zur Befunderhebung und Überprüfung der Indikationsstellung erforderlich sind. Die medizinische Notwendigkeit der Untersuchungen muss im freien Begründungsfeld (Feldkennung 5009) angegeben werden.


Leistungen müssen gekennzeichnet werden:
Der Zweitmeiner kennzeichnet alle Leistungen zum Zweitmeinungsverfahren. Die Kennzeichnung erfolgt als Begründung im freien Begründungsfeld (Feld-kennung 5009).
Bei der bevorstehenden Mandeloperation wird die Kennzeichnung 88200A in das freie Begründungsfeld gesetzt. Bei der bevorstehenden Gebärmutterentfernung die Kennzeichnung 88200B.


Zweitmeinungsgebende Ärzte benötigen Genehmigung

Ab Januar 2019 kann eine Zweitmeinung zu den planbaren Eingriffen (Mande-loperationen oder Gebärmutterentfernung) von HNO-Ärzten oder Gynäkologen durchgeführt werden.
Für die Teilnahme am Zweitmeinungsverfahren benötigen Ärzte eine Genehmigung der KVH.


Überweisung vom zweitmeinungsgebenden Arzt

Im Rahmen des Zweitmeinungsverfahrens können (wenn medizinisch zwingend notwendig) Aufträge an weitere Vertragsärzte erfolgen. Der Arzt, der beauftragt wird, muss seine Leistungen kennzeichnen (88200A bei einer bevorstehenden Mandeloperation oder 88200B bei einer bevorstehenden Gebärmutterentfernung). Der zweitmeinungsgebende Arzt gibt hierfür auf der Überweisung bei dem Auftrag „Zweitmeinung“ an.

Alle Leistungen im Rahmen der Zweitmeinung sollen zunächst extrabudgetär vergütet werden.

Zum 1. Januar 2019 wird die neue Gebührenordnungsposition (GOP) 30440 für die ambulante extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) bei Patienten mit Fasciitis plantaris (Fersensporn) in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen.

Richtlinie

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat beschlossen, die ESWT als neue Behandlungsmethode bei Fersenschmerzen durch Fasciitis plantaris in die vertragsärztliche Versorgung aufzunehmen. Die Änderung der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung ist im Juli 2018 in Kraft getreten und gibt Details zur Durchführung und Indikationsstellung vor.

Details zur Leistung

Die GOP 30440 ist mit 26,73 Euro bewertet (247 Punkte, bundeseinheitlicher Orientierungspunktwert 2019 von 10,8226 Cent) und soll zunächst extrabudgetär vergütet werden.
Die ESWT kann je Fuß in höchstens zwei aufeinanderfolgenden Quartalen abgerechnet werden, im Krankheitsfall insgesamt dreimal je Fuß.

Indikationsstellung

Die Patienten, für die die neue Behandlungsmethode in Frage kommt, müssen mindestens sechs Monate unter Fersenschmerzen bei Fasciitis plantaris leiden (ICD-10-Code M72.2) und dadurch in ihrer gewohnten körperlichen Aktivität eingeschränkt sein. Während dieser Zeit müssen unterschiedliche konservative Therapieansätze sowie Maßnahmen wie Dehnübungen und Schuheinlagen ohne relevante Beschwerdebesserung angewendet worden sein. Erst dann dürfen Ärzte eine Stoßwellentherapie als zusätzliche Maßnahme durchführen.

Wichtig: Für die Abrechnung der ESWT muss der gesicherte ICD-10-Code M72.2G vorliegen und angegeben werden. Die Diagnose muss bereits seit mindestens zwei Quartalen vor dem Behandlungsquartal vorgelegen haben.

Wer darf abrechnen?

Die neue GOP 30440 wird in den Abschnitt 30.4 in den EBM aufgenommen. Abrechnen können die GOP Fachärzte für Orthopädie, Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Fachärzte für Physikalische und Rehabilitative Medizin.

Der Bewertungsausschuss hat Neuerungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) zur Humangenetik und Tumordiagnostik beschlossen. Zum 1. Januar 2019 tritt der Beschlussteil A  in Kraft.

Die Gebührenordnungspositionen (GOP) 11235 und 11236 (Kapitel 11) können weiterhin ohne Genehmigung abgerechnet werden (die Ankündigung einer Qualitätssicherungsvereinbarung wurde gestrichen).

Die GOP 19461 wird neu in das Kapitel 19 (pathologische Gebührenordnungspositionen) aufgenommen und kann im Zusammenhang für die Indikationsstellung bei bestimmten Lungenkarzinomen abgerechnet werden.

Leistungsinhalt GOP 11235 und GOP 11236

Die schriftliche Zusammenfassung muss für den Patienten gut verständlich sein. Dies wird im obligaten Leistungsinhalt verdeutlicht und betrifft die GOP 11235 (Zuschlag zur GOP 11233 für die humangenetische Beurteilung in Bezug auf komplexe genetisch bedingte Erkrankungen) und die GOP 11236 (Zuschlag zur GOP 11233 für die humangenetische Beurteilung in Bezug auf manifeste unklare und schwer abgrenzbare genetische Syndrome und Störungen bei Patienten bis zum vollendeten 18. Lebensjahr). Bei beiden GOP wird die konsiliarische Erörterung mit anderen Ärzten im fakultativen Leistungsinhalt ergänzt.

Neue GOP 19461 für die Tumordiagnostik

Die GOP 19461 für den spezifischen Mutationsnachweis unter Verwendung zirkulierender Tumor-DNA wird zum 1. Januar 2019 neu in den Abschnitt 19.4.4 EBM aufgenommen.
Die Anwendung von Osimertinib (Tagrisso®) setzt den Nachweis einer bestimmten Mutation im Tumorgewebe voraus. Bei einer fehlenden Gewebeprobe kann der Nachweis auch anhand einer Flüssigbiopsie (Untersuchung von freier DNA im Plasma) erfolgen und ab Januar 2019 über die GOP 19461 abgerechnet werden.

Die GOP 19461 ist zweimal im Krankheitsfall berechnungsfähig. Die Leistung ist mit 425,76 Euro bewertet (3.934 Punkte, bundeseinheitlicher Orientierungspunktwert 2019 von 10,8226 Cent). Die Vergütung soll zunächst extrabudgetär erfolgen.

Die GOP 19461 kann dann abgerechnet werden, wenn ein nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom histologisch nachgewiesen ist, aber nicht mehr genügend Tumorgewebe als Untersuchungsmaterial zur Verfügung steht oder gewonnen werden kann.

Die neue Leistung dient der Indikationsstellung einer gezielten Behandlung von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom.

Der Bewertungsausschuss hat beschlossen, dass im hausärztlichen Bereich die Versichertenpauschalen 03000 und 04000 in der Altersklasse ab dem 76. Lebensjahr um einen Punkt auf 211 Punkte (22,84 Euro) angehoben werden. Es ist zu erwarten, dass die Verordnungen für häusliche Krankenpflege ansteigen, was damit berücksichtigt wird. Zur Finanzierung wird die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung entsprechend erhöht.

Mehraufwand häusliche Krankenpflege

Vertragsärzte können durch die Änderungen der Häuslichen Krankenpflege-Richtlinie im Rahmen der häuslichen Krankenpflege auch Unterstützungspflege verordnen. Der Leistungsanspruch für das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen ist zudem um die Kompressionsklasse I erweitert worden. Mit einem Verordnungsanstieg bei der häuslichen Krankenpflege ist zu rechnen.

Fachärzte rechnen weiter GOP 01420 ab

Für den fachärztlichen Bereich hat der Bewertungsausschuss festgelegt zu prüfen, wie sich die Verordnungen entwickeln und dann über eine Anpassung zu entscheiden. Fachärzte rechnen die Verordnung häuslicher Krankenpflege weiterhin mit der GOP 01420 ab.

Der Bewertungsausschuss hat die Gebührenordnungspositionen (GOP) 34600 (Osteodensitometrie I) und 34601 (Osteodensitometrie II) höher bewertet. Zum 1. Januar 2019 tritt der Beschluss in Kraft.

GOPKurzbeschreibungBewertung bis 31.12.2018
* gemäß bundeseinheitlichem
Orientierungspunktwert 2018
(10,6543 Cent)

Bewertung ab 01.01.2019
* gemäß bundeseinheitlichem
Orientierungspunktwert 2019
(10,8226 Cent)

 

34600

Osteodensitometrische
Untersuchung I
17,15 €*
(161 Punkte)

29,00 €*
(268 Punkte)

34601

Osteodensitometrische
Untersuchung II
17,15 €*
(161 Punkte)

29,00 €*
(268 Punkte)

Die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung wird zur Finanzierung der GOP 34600 erhöht. Die Honorierung der GOP 34601 erfolgt weiterhin extrabudgetär.

KBV und GKV-Spitzenverband haben bereits 2013 in einer Protokollnotiz zum damaligen Beschluss des Bewertungsausschusses vereinbart, die Leistungen im Rahmen der EBM-Weiterentwicklung neu zu bewerten. Diese Anpassungen erfolgen nun.

Änderungen zum 1. Oktober 2018

Der Bewertungsausschuss hat rückwirkend zum 1. Januar 2018 beschlossen, dass folgende Leistung vergütet wird: Einrichtungsbefragung im Rahmen der Qualitätssicherung zur Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen. Der neue Zuschlag nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 01650 wird von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) automatisch zugesetzt und soll extrabudgetär vergütet werden.

Chirurgen, Orthopäden, Gynäkologen und Urologen erhalten den Zuschlag zu bestimmten Operationen der EBM-Kapitel 31 und 36. Der neue Zuschlag ist mit rund fünf Euro (47 Punkten) bewertet. Als Höchstwert je Praxis pro Quartal hat der Bewertungsausschuss rund 70 Euro (704 Punkte) festgelegt.

Die KVH setzt die Zuschläge in Ihrer Abrechnung des vierten Quartals 2018 zu. Die Leistungen für die Quartale eins bis drei vergüten wir nach. Der Beschluss steht jedoch noch unter Genehmigungsvorbehalt durch das Bundesgesundheitsministerium.

 

Der Bewertungsausschuss hat die Vergütung der Verordnung medizinischer Vorsorge für Mütter und Väter im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) beschlossen, da ab 1. Oktober 2018 das Verordnungsverfahren für Vorsorgeleistungen vereinheitlicht wurde. Hierzu wurden die Formulare 64 und 65 neu eingeführt.

Für das Ausstellen des Formulars 64 (Verordnung medizinischer Vorsorge für Mütter oder Väter laut § 24 SGB V) wurde die GOP 01624 im Abschnitt 1.6 EBM aufgenommen. Sie ist mit 22,37 Euro bewertet (210 Punkten, bundeseinheitlicher Orientierungspunktwert 2018 von 10,6543 Cent).

Für das Ausstellen des Formulars 65 (Ärztliches Attest Kind) wurde die GOP 01622 berechnungsfähig. Die Leistungslegende der bestehenden GOP 01622 wurde um das Formular 65 ergänzt.

Die Verordnung auf die Formulare 64 und 65 kann durch Vertragsärzte erfolgen. Eine Verordnung der Vorsorgeleistungen durch Vertragspsychotherapeuten ist nicht möglich. Für die Verordnung der Leistungen der medizinischen Vorsorge muss eine Indikation für die Mutter beziehungsweise den Vater vorliegen.

Die Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve (FFR) bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit wurde als neue Untersuchungsmethode in den Abschnitt 34.2.9 des EBM aufgenommen. Die Gebührenordnungspositionen (GOP) 34298 und 40301 sollen zunächst extrabudgetär vergütet werden. Die Messung kann von Fachärzten für Innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie durchgeführt werden. Im Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses wurde der EBM zum 1. Oktober 2018 um entsprechende Leistungen ergänzt und angepasst.

 

GOPKurzbeschreibungBewertung

34291

Bereits bestehende Herzkatheteruntersuchung mit Koronarangiographie (einmal im Behandlungsfall)

343,81 €* (3227 Punkte)

34298

Zuschlag zu der Gebührenordnungsposition (GOP) 34291 für die Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve (einmal im Behandlungsfall)

104,41 €* (980 Punkte)

40301

Kostenpauschale für die Durchführung der Leistung entsprechend der GOP 34298 (die GOP 40301 umfasst alle anfallenden Sachkosten)

660,00 €

* gemäß bundeseinheitlichem Orientierungspunktwert 2018 (10,6543 Cent)

Wer darf abrechnen?

Für die Abrechnung der GOP 34298 benötigen Sie eine QS-Genehmigung der KVH. Die vereinbarte Übergangsregelung bis zum 31. Dezember 2018 sieht vor, dass die GOP 34298 dann berechnungsfähig ist, wenn eine Genehmigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung (QS-Vereinbarung) zur invasiven Kardiologie nach § 135 Absatz 2 SGB V vorliegt. Die Änderung des EBM ist verbunden mit dem Ziel, die QS‐Vereinbarung bis spätestens zum 1. Januar 2019 anzupassen. Die Messung ist nach den Maßgaben der Nummer 23 der Anlage I "Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden" der Richtlinie Methoden vertragsärztlicher Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) durchzuführen.

Zum 1. Oktober 2018 ist die neue Qualitätssicherungsvereinbarung (QS‐Vereinbarung) zur Kontrolle von aktiven kardialen Rhythmusimplantaten in Kraft getreten und hat die bisherige QS‐Vereinbarung zur Funktionsanalyse eines Herzschrittmachers ersetzt. Die Verweise im EBM auf die neue QS-Vereinbarung wurden angepasst.

Patienten mit schwerem diabetischem Fußsyndrom können seit dem 1. Oktober 2018 mit der hyperbaren Sauerstofftherapie behandelt werden. Bei der hyperbaren Sauerstofftherapie atmen die Betroffenen unter erhöhtem Luftdruck in einer Druckkammer reinen Sauerstoff ein. So soll das Wundgewebe mit mehr Sauerstoff versorgt werden, um die Heilung anzuregen.

Die fünf neuen Leistungen zur hyperbaren Sauerststofftherapie finden sich im neuen Abschnitt 30.2.2 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM). Diese sollen, bis auf die neue Gebührenordnungsposition (GOP) 30214, zunächst extrabudgetär vergütet werden.

Indikation und Voraussetzung für die hyperbare Sauerstofftherapie

Die Leistungen aus dem Abschnitt 30.2.2 sind für Patienten mit diabetischem Fußsyndrom, deren Läsion Gelenkkapsel oder Sehnen einschließt (entsprechend Wagner Stadium II) vorgesehen. Andere Maßnahmen der Standardtherapie – medikamentöse Behandlung, Wunddebridement, Verbände, Druckentlastung und chirurgische Maßnahmen – sind erfolglos geblieben.

Neue Leistungen zur hyperbaren Sauerstofftherapie im EBM

Zwei der neuen Leistungen (GOP 30210 und 30212) dienen der Indikationsprüfung vor Überweisung zur hyperbaren Sauerstofftherapie. Beide Leistungen können jeweils einmal im Krankheitsfall abgerechnet werden.

Ausnahmen in denen ein zweimaliger Ansatz im Krankheitsfall möglich ist:

  • Zum Zeitpunkt der Erstberechnung liegt eine nicht behandlungsrelevante Wunde vor. Tragen Sie in dem freien Begründungsfeld (Feldkennung 5009) „zweite Wunde“ ein.
  • Bei der gleichen Wunde ist dies nur in Ausnahmefällen bei einer medizinischen Notwendigkeit möglich. Bitte tragen Sie eine kurze Begründung hinsichtlich der Wunde ebenfalls in das freie Begründungsfeld ein.
     
GOPKurzbeschreibungBewertung

30210

Teilnahme an multidisziplinären Fallkonferenz zur Indikationsprüfung vor Überweisung an Druckkammerzentrum

Einmal im Krankheitsfall

Auch telefonisch möglich, wenn allen Teilnehmern die erforderlichen Dokumentationen vorliegen.

6,82 €*

(64 Punkte)

30212

Indikationsprüfung vor Überweisung an Druckkammerzentrum

Beratung zum Befund, Berücksichtigung des Ergebnisses zur GOP 30210, Dokumentation, Beurteilung des Lokalbefundes, der Wundversorgung und der Wundheilungstendenz sowie die Wirksamkeit der bisher durchgeführten Maßnahmen. Die Transportfähigkeit muss geprüft werden und ein Befundbericht erstellt werden

Einmal im Krankheitsfall

36,54 €*

(343 Punkte)

30214

Betreuung eines Patienten zwischen den Druckkammerbehandlungen

Fußinspektion, Wundversorgung sowie Überprüfung und Dokumentation der Wundgröße und -heilungstendenz

Je Bein, je Sitzung

14,92 €*

(140 Punkte)

30216

Feststellung der Druckkammertauglichkeit

Feststellung der Transportfähigkeit, Aufklärung Druckkammertherapie, Ganzkörperstatus, Otoskopie und/oder Tympanometrie und/oder binokularmikroskopische Untersuchung des Trommelfells

Einmal vor Beginn des Behandlungszyklus

34,41 €*

(323 Punkte)

30218

Hyperbare Sauerstofftherapie

Unter Anwendung des Problemwunden-Therapieschemas 240-90, Dokumentation, expiratorische Sauerstoffmessung und Maskenüberwachung sowie Koordination und Sicherstellung der Betreuung zwischen den Behandlungen nach GOP 30214

Einmal je Behandlungstag

124,97 €*

(1173 Punkte)

1 Bei allen GOP ist die Nr. 22 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden Vertragsärztliche Versorgung zu beachten.
* gemäß bundeseinheitlichem Orientierungspunktwert 2018 (10,6543 Cent)

Liegt die Indikation zur hyperbaren Sauerstofftherapie vor (GOP 30212), erfolgt die Überweisung zur hyperbaren Sauerstofftherapie (GOP 30218) als Auftrag.

Bei Feststellung der Druckkammertauglichkeit des Patienten können Sie die neue GOP 30216 vor Beginn eines Behandlungszyklus abrechnen. Ein Behandlungszyklus ist die aufeinanderfolgende Druckkammerbehandlung an wöchentlich mindestens drei Tagen. Insgesamt sind in einem Behandlungszyklus höchstens 40 Druckkammerbehandlungen möglich.

Im Krankheitsfall sind mit schriftlicher Begründung bis zu zwei Behandlungszyklen berechnungsfähig. Jeweils nach zehn Druckkammerbehandlungen muss der überweisende Facharzt oder seine Vertretung die Notwendigkeit einer Weiterführung der Behandlung schriftlich bestätigen. Die Betreuung eines Patienten zwischen den Druckkammerbehandlungen können Sie über die GOP 30214 abrechnen.

Wer darf abrechnen?

Sie sind Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie? Dann können Sie die Indikationsprüfung nach der GOP 30212 abrechnen. Wenn Sie Facharzt im Gebiet Innere Medizin oder für Allgemeinmedizin sind und die Zusatzweiterbildung „Diabetologie“ oder die Bezeichnung „Diabetologe Deutsche Diabetes Gesellschaft“ haben, dann erfüllen Sie ebenfalls die Voraussetzung zur Abrechnung der GOP 30212.

Die Teilnahme an einer multidisziplinären Fallkonferenz zur Indikationsprüfung (GOP 30210) eines Patienten mit diabetischem Fußsyndrom vor Überweisung an ein Druckkammerzentrum können Sie abrechnen, wenn Sie die Abrechnungsvoraussetzungen für die GOP 30212 erfüllen. Wenn Sie Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Angiologie oder für Gefäßchriurgie sind, können Sie die GOP 30210 ebenfalls abrechnen. Auch Radiologen mit einer QS-Genehmigung zur interventionellen Radiologie können die Leistung abrechnen.

Um die Betreuung eines Patienten zwischen den Druckkammerbehandlungen nach der GOP 30214 abzurechnen müssen folgende Mindeststandards erfüllt sein:

  • Sie gehören einer der oben genannten Personengruppen an. Wenn Sie einer anderen Fachgruppe angehören oder Sie als Facharzt für Innere Medizin oder für Allgemeinmedizin haben keine Zusatzweiterbildung, dann müssen Sie in den letzten vier Quartalen mindestens 100 Patienten mit Diabetes mellitus behandelt haben. Sowie die Qualifikation zur Durchführung von programmierten Schulungen für Diabetiker nachweisen können. Als Chirurg, Dermatologe oder Orthopäde müssen Sie die Schulung nicht nachweisen können.
  • Ihr Medizinisches Fachpersonal hat die Kompetenz in lokaler Wundversorgung. Als Nachweis dient von der DDG anerkannte Kurse für Wundversorgung oder gleichwertige Kurse.
  • Räumlichkeiten nach § 6 Abs. 2 Nr. 2 Qualitätssicherungsvereinbarung Ambulantes Operieren.
  • Ausstattung für angiologische und neurologische Basisdiagnostik
  • Voraussetzung für entsprechende therapeutische Maßnahmen
  • Zusammenarbeit mit entsprechend qualifizierten Fachdisziplinen und -berufen.

Die Mindeststandards gelten nicht für die Betreuung im Rahmen der Bestätigung der Notwendigkeit einer Weiterbehandlung nach jeder 10. Druckkammerbehandlung für Sie als überweisender Facharzt.

Genehmigungspflicht für GOP 30216 und 30218

Um die hyperbare Sauerstofftherapie (GOP 30216 und 30218) durchführen und abrechnen zu können wird eine Druckkammer benötigt, in der ein erhöhter Luftdruck erzeugt werden kann. Dies ist in der Regel nur in speziellen Einrichtungen möglich, beispielsweise in Tauch- und Überdruckzentren.

Sie benötigen für die GOP 30216 und 30218 eine Genehmigung der KVH zur Durchführung der hyperbaren Sauerstofftherapie. Die Qualitätssicherungsvereinbarung zur hyperbaren Sauerstofftherapie ist noch nicht gefasst.

Übergangsregelung: Die Genehmigung wird erteilt, wenn Sie die Anforderungen des Anhangs zum Abschnitt 30.2.2 EBM erfüllen. Dieser wurde ebenfalls zum 1. Oktober 2018 beschlossen und regelt bis zum Inkrafttreten einer Qualitätssicherungsvereinbarung (nach §135 Abs. 2 SGB V) die fachliche Qualifikation sowie die personellen, räumlichen und organisatorischen Voraussetzungen für die hyperbare Sauerstofftherapie.

Hintergrund

Die Behandlungsmethode wurde im September 2017 in die Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung aufgenommen um die ambulante Behandlungsmöglichkeit zu ermöglichen. Stationär und ambulant darf die hyperbare Sauerstofftherapie ab einer Wundtiefe von Wagner-Stadium II (Wunde bis zur Gelenkkapsel, Sehnen, Knochen) durchgeführt werden.

Mit dem jetzigen Beschluss folgte nun die Regelung zur Vergütung über den EBM.

Im Krankenhaus war die hyperbare Sauerstofftherapie seit 2008 in Ausnahmefällen ab einer Wundtiefe des Wagner-Stadiums III (Wunde bis zu Knochen und Gelenken) möglich.

Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten können seit dem 1. Oktober 2018 – wie ihre vertragsärztlichen Kolleginnen und Kollegen – die Begleitung eines Kranken durch den behandelnden Arzt beim Transport zur unmittelbar notwendigen stationären Behandlung über die GOP 01416 abrechnen.

Insbesondere bei Notfalleinweisungen aufgrund von akuter Selbst‐ und Fremdgefährdung kann die Begleitung eines Kranken durch den behandelnden Vertragspsychotherapeuten notwendig sein.

Der Bewertungsausschuss hat daher die GOP 01416 in die Nr. 5 der Präambel 23.1 EBM aufgenommen, womit diese Leistung durch Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten abgerechnet werden kann.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Dokumentationsvorgaben zu histopathologischen Untersuchungen im Rahmen des Mammographie-Screenings geändert.

Für die Dokumentation des Grading und der immunhistochemischen Bestimmung des Rezeptorstatus wurde die Gebührenordnungsposition (GOP) 19317 neu in den EBM aufgenommen. Die hierfür notwendigen Leistungen werden in dieser GOP zusammengefasst.

Programmverantwortliche Ärzte im Mammographie-Screening können Pathologen mit den histopathologischen Untersuchungen nach GOP 19317 beauftragen.

Für urologisch tätige Belegärzte ist die Behandlung des benignen Prostatasyndroms (bPS) seit dem 1. Oktober 2018 mittels Thulium‐Laserenukleation (OPS‐Kode 5‐601‐72) und photoselektiver Vaporisation (OPS‐Kode 5‐601.42) möglich. Die Abrechnung erfolgt über die bereits bestehenden GOP 36289 (Laserendoskopischer urologischer Eingriff der Kategorie RW3) sowie über den dazugehörigen Zuschlag nach GOP 36290.

Für die Abrechnung der GOP 36289 und 36290 benötigen Sie eine QS-Genehmigung der KVH – Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zu Nicht-medikamentösen, lokalen Verfahren zur Laserbehandlung des benignen Prostatasyndroms (bPS).

Änderungen zum 1. Juli 2018

Um Antibiotika gezielt einzusetzen und Resistenzen zu vermeiden wurden mehrere labordiagnostische Untersuchungen zur schnellen und qualitätsgesicherten Antibiotikatherapie an den Stand von Wissenschaft und Technik angepasst. Im Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses wurde der EBM zum 1. Juli 2018 um entsprechende Leistungen ergänzt und angepasst.

Neue Leistungen

Die GOP 32459 – Biomarker Procalcitonin (PCT) – wurde zur Verringerung der Antibiotikaverordnung bei Infektionen der Atemwege aufgenommen.

Ebenfalls neu in den EBM aufgenommen wurde die MALDI-TOF-Massenspektrometrie zur schnelleren Differenzierung von in Reinkultur gezüchteten Bakterien (GOP 32759) und entsprechend für Pilze (GOP 32692).

Die Empfindlichkeitsprüfungen nach GOP 32766 und 32767 wurden als GOP 32772 und 32773 neu gefasst. Ergänzend wurden die GOP 32774 und 32775 zur phänotypischen Bestätigung einer Multiresistenz für grampositive und gramnegative Bakterien in den EBM aufgenommen.

Neue Kennnummer 32004

In den EBM aufgenommen wurde die Kennnummer 32004 (Diagnostik zur Bestimmung der notwendigen Dauer und Art eines gegebenenfalls erforderlichen Antibiotikums vor Einleitung einer Antibiotikatherapie oder bei persistierender Symptomatik vor erneuter Verordnung). Sie befreit Leistungen im Zusammenhang mit dem gesetzlichen Auftrag von der Steuerung durch den Wirtschaftlichkeitsbonus (WiBo). Von den neuen Leistungen sind alle bis auf die GOP 32692 von der Anrechnung auf die Kosten der erbrachten, bezogenen und veranlassten Laboruntersuchungen befreit.

EBMGOPKurzbeschreibungBewertung

32.3.5

32459

Procalcitonin (PCT)

9,60 €

32.3.9

32692

Differenzierung gezüchteter Pilze mittels MALDI-TOF-Massenspektrometrie (Matrixunterstützte Laser-Desorptions-Ionisations-Flugzeit) je Art

6,59 €

32.3.10

32759

Differenzierung von in Reinkultur gezüchteten Bakterien mittels MALDI-TOF-Massenspektrometrie (Matrixunterstützte Laser-Desorptions-Ionisations-Flugzeit) je Bakterienart

6,59 €

32.3.10

32772

Semiquantitative Empfindlichkeitsprüfungen von in Reinkultur gezüchteten klinisch relevanten gramnegativen Bakterien aus einem Material gegen mindestens fünf Standardtherapeutika sowie mindestens drei für den Nachweis von Resistenzmechanismen relevanten Leitsubstanzgruppen je Bakterienart, höchstens zwei Bakterienarten je Untersuchungsprobe Höchstwert für GOP 32772 und 32773 je Untersuchungsprobe 20,79 €

6,93 €

32.3.10

32773

Semiquantitative Empfindlichkeitsprüfungen von in Reinkultur gezüchteten klinisch relevanten grampositiven Bakterien aus einem Material gegen mindestens fünf Standardtherapeutika sowie der für den Nachweis von Resistenzmechanismen relevanten Leitsubstanzgruppen je Bakterienart, höchstens zwei Bakterienarten je Untersuchungsprobe Höchstwert für GOP 32772 und 32773 je Untersuchungsprobe 20,79 €

6,93 €

32.3.10

32774

Zuschlag zur GOP 32772 für die Durchführung von phänotypischen Bestätigungstests bei Multiresistenz gegen die für die Bakterienart relevante(n) Leitsubstanz(en) je Bakterienart und Resistenzmechanismus

8,50 €

32.3.10

32775

Zuschlag zur GOP 32773 für die Durchführung von phänotypischen Bestätigungstests bei Multiresistenz gegen die für die Bakterienart relevante(n) Leitsubstanz(en) je Bakterienart und Resistenzmechanismus

8,50 €

 

Wer darf abrechnen?

Wer die Leistungen abrechnen möchte benötigt eine Genehmigung. Diese wurde automatisch auf die oben genannten Leistungen übertragen, wenn bereits für den gesamten Abschnitt im EBM eine Genehmigung vorlag – haben Mitglieder also eine Genehmigung für den Abschnitt 32.3.10 EBM, dürfen sie die GOP 32772 automatisch abrechnen.

Was ist noch zu beachten?

Ein Berechnungsausschluss am Behandlungstag für die GOP 32151 neben der GOP 32720 wird aufgrund sich überschneidender Leistungsinhalte im EBM ergänzt.

Die Leistung nach der GOP 32708 für die Erfassung von angeborenen Stoffwechseldefekten entspricht nicht mehr dem Stand von Wissenschaft und Technik und wurde im EBM gestrichen.

Hintergrund

Nach der fachlichen Überprüfung bestehender GOP nach § 87 Abs. 2a Satz 25 SGB V wurde der EBM vor dem Hintergrund der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie der Bundesregierung – DART 2020 – angepasst. Ziel war es, die weitere Entwicklung und Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen durch die neuen Diagnostika zur zielgerichteten und qualitätsgesicherten Verordnung von Antibiotika zu reduzieren.

Folgende Detailänderungen am EBM wurden beschlossen:

  • Die Früherkennung einer Tyrosinämie Typ I mittels Tandem-Massenspektrometrie ist seit Beschluss zum 16. März 2018 nach der Kinder-Richtlinie (Richtlinie über die Früherkennung von Krankheiten bei Kindern) Bestandteil des erweiterten Neugeborenen-Screenings. Aufgrund des erhöhten Aufwands des Screenings wurde die GOP 01724 um 30 Punkte auf 147 Punkte (15,66 Euro) erhöht.
     
  • Ergänzung zum Beschluss zur Diagnostik bei Antibiotikatherapie: Die ausgenommenen GOP der Kennnummer 32006 wurden angepasst.
     
  • Nach Inkrafttreten der Qualitätssicherungsvereinbarung Spezial-Labor zum 1. April 2018 sind in den Abschnitten 1.7, 12.1 und 32.3 EBM die Verweise auf die Vereinbarung redaktionell überarbeitet worden.

Die Übergangsregelung der GOP 04413 bis 04416 und 13573 bis 13576 (Konventionelle und telemedizinische Funktionsanalyse eines Defibrillators/Kardioverters oder CRT-Systems) wurde erneut um ein Quartal bis zum 30. September 2018 verlängert. Die Abrechnung der Herzschrittmacherkontrolle ist genehmigungspflichtig.

Änderungen zum 1. April 2018

Zum 1. April 2018 fand die erste Stufe der Laborreform statt. Ziel ist es, die Mengendynamik zu begrenzen, denn bundesweit stiegen in den letzten Jahren die Ausgaben für Laborleistungen stärker an als die mit den Krankenkassen erzielten Anpassungen der Gesamtvergütung. Daher hat der Bewertungsausschuss die Neubewertung der veranlasserbezogenen Steuerung von Laboruntersuchungen (Wirtschaftlichkeitsbonus) und die Weiterentwicklung der Kennnummern beschlossen.

Kennnummern

Die Kennnummern (sogenannte „Ausnahmeziffern“ oder „Befreiungsziffern“) befreien nach der Reform nur bestimmte Laborleistungen von der Anrechnung auf die Kosten der erbrachten, bezogenen und veranlassten Laboruntersuchungen. Der Wirtschaftlichkeitsbonus (WiBo) auf diesen Fällen bleibt  erhalten. Vor der Reform befreiten die Kennnummern den kompletten Behandlungsfall.

Es gab zudem Änderungen bei den Kennnummern und deren Inhalt. Nachdem einzelne Leistungen den Kennnummern zugeordnet werden, ist es im Gegenzug möglich und notwendig mehrere Kennnummern in der Abrechnung für einen Patienten anzugeben.

In der Abrechnung müssen je Quartal einmalig und je Patient die zutreffenden Kennnummern angegeben werden, auch wenn Laborleistungen veranlasst oder bezogen werden. Die KVH ordnet die Kennnummern dann den zu befreienden Laborleistungen zu. Auf der Laborüberweisung und -anforderung (Muster 10 und 10A) brauchen Praxen die Kennnummern nicht angeben.

Selektivvertragliche Fälle

Bei selektivvertraglichen Fällen setzen Praxen die Kennziffer 88192 an, damit diese bei der Fallzählung für die Ermittlung des WiBo berücksichtigt werden. Die Kennziffer ist für  selektivvertragliche Fälle relevant, bei denen sie keine Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschalen abrechnen können, jedoch Laborleistungen als kollektivvertragliche Leistungen veranlassen oder abrechnen.

Wirtschaftlichkeitsbonus (WiBo)

Bei dem von der KVH zugesetzten WiBo (GOP 32001) wird ab dem 1. April 2018 nicht mehr zwischen Allgemeinlabor und Speziallabor unterschieden. Der WiBo (GOP 32001) wird je Behandlungsfall berücksichtigt, vorausgesetzt es wird eine Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale aus den Kapiteln 32.2 und 32.3 des EBM abgerechnet. Eine Sonderregelung gilt bei Selektivverträgen.

Ausblick

Die beschlossenen Maßnahmen sind aus Sicht der KBV der erste Schritt einer nachhaltigen Laborreform. Im Hinblick auf die steigenden Kosten wurde eine weitergehende Überprüfung der Laboruntersuchungen der Abschnitte 32.2 und 32.3 des EBM bis Ende 2020 in den Protokollnotizen zum Beschluss vereinbart.

Über alle abrechnungs- und vergütungsrelevanten Infos zum Labor hält die KVH ihre Mitglieder auf dem Laufenden.

Der Anhang 2 des EBM wurde an den Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS), Version 2018, angepasst. Dazu hat der Bewertungsausschuss die Neuaufnahme sowie die Streichung von OPS-Kodes beschlossen.

Die wichtigsten inhaltlichen Änderungen:

  • Unterteilung der OPS-Kodes für die Parotidektomie in „ohne“ und „mit Entfernung von erkranktem Gewebe im oberen Parapharyngeal- und/oder Infratemporalraum“ (5-262.0 ff., 5-262.1 ff., 5-262.2 ff.)
     
  • Neue OPS-Kodes für die endoskopische autogene oder allogene Transplantation von Spongiosa oder eines kortikospongiösen Spanes, unterteilt nach der Lokalisation (5-784.c ff. bis 5-784.f ff.)
     
  • Neue OPS-Kodes für die perkutane temporäre Fixation eines Gelenkes, unterteilt nach der Lokalisation (5-809.4 ff.).

Arthroskopische Operationen zur Knochentransplantation und -transposition beinhalten die Leistung der geschlossenen Reposition einer Fraktur oder Epiphysenlösung mit Osteosynthese. Die Entnahme von Spongiosa und/oder kortikospongiösen Spänen ist gesondert berechnungsfähig.

Visceralchirurgische Eingriffe nach dem OPS-Kode 5-431.30 können Sie nur bei Vorliegen eines Buried-Bumper-Syndroms abrechnen.

Die Angabe der Seitenlokalisation beim Anlegen von Bypässen (OPS-Kodes 5-027.0 und 5-027.1) ist erforderlich. Beim OPS-Kode 5-393.01 ist eine Angabe der Seitenlokalisation nicht mehr erforderlich.

Der Bewertungsausschuss hat beschlossen, dass Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ab dem 1. April 2018 medizinische Rehabilitation oder Soziotherapie verordnen und abrechnen können wie ihre vertragsärztlichen Kollegen:

  • GOP 01611: Verordnung von medizinischer Rehabilitation
  • GOP 30810: Erstverordnung Soziotherapie (genehmigungspflichtige Leistung)
  • GOP 30811: Folgeverordnung Soziotherapie (genehmigungspflichtige Leistung)

Die Vergütung erfolgt für alle abrechnungsberechtigten Vertragsärzte und -psychotherapeuten befristet extrabudgetär. Die Abrechnung der Soziotherapie ist genehmigungspflichtig.

Über alle abrechnungs- und vergütungsrelevanten Infos für Psychotherapeuten hält die KVH ihre Mitglieder auf dem Laufenden.

Der Erweiterte Bewertungsausschuss hat entschieden, dass die GOP 01741 ausschließlich für die Abrechnung von Früherkennungskoloskopien nach § 37 Absatz 3 der Krebsfrüherkennungsrichtlinie vorgesehen ist. Damit ist klargestellt, dass eine Abklärungskoloskopie nach einem positiven immunologischen Test auf okkultes Blut im Stuhl (iFOBT) nicht als präventive Leistung (GOP 01741) berechnungsfähig ist. Die Abklärungskoloskopie nach positivem iFOBT muss als kurative Leistung über die GOP 13421 abgerechnet werden.

Die Abrechnung spezieller Laboruntersuchungen sowie der Koloskopie ist genehmigungspflichtig.

Folgende Detailänderungen am EBM wurden beschlossen:

  • Die GOP 01738 – immunologischer Test auf okkultes Blut im Stuhl (iFOBT) – gehört nicht mehr zur fachärztlichen Grundversorgung; damit einher geht ein Ausschluss der Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG).
     
  • Die GOP 31013 wurde redaktionell angepasst.

Seit 1. April 2018 können belegärztlich tätige Urologen die Thulium-Laserresektion (OPS-Kode 5-601.73) zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms (bPS) über den EBM abrechnen.

Die Abrechnung des Eingriffs erfolgt über die bereits bestehende GOP 36289 sowie den dazugehörigen Zuschlag (GOP 36290). Beide GOP wurden bereits zum 1. April 2016 für die Holmium-Laserenukleation und Holmium-Laserresektion aufgenommen.

 

GOPKurzbeschreibungBewertung

36289

Laserendoskopischer urologischer Eingriff der Kategorie RW3

224,59 €* (2.108 Punkte)

36290

Zuschlag zur GOP 36289 je weitere vollendete 15 Minuten Schnitt-Naht-Zeit

38,78 €* (364 Punkte)

* gemäß bundeseinheitlichem Orientierungswert 2018 (10,6543 Cent)

 

Die Abrechnung der Thulium-Laserresektion ist genehmigungspflichtig.

Die Operationen mittels Thulium-Laser ist nach den Maßgaben der Nummer 21 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztlicher Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) durchzuführen.

zuletzt aktualisiert am: 27.12.2018

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