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Liebe Mitglieder, von der Niederlassung bis zur Praxisübergabe stehen wir Ihnen zur Seite. Wir begleiten Sie und helfen Ihnen auch bei Honorar- und betriebswirtschaftlichen Fragen gerne weiter. Unter dem Punkt „Beratung“ finden Sie die Ansprechpartner in Ihrer Nähe.

Michael Fellinghauer,
BeratungsCenter Frankfurt

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Praxisorganisation

Praxisvertretung: Wir vermitteln

27.10.2014

Suchen Sie einen Kollegen, der Sie vertritt? Oder möchten Sie selbst gerne eine Praxisvertretung übernehmen? Dann melden Sie sich bei uns: Der Vertretervermittlung der KV Hessen. Wir vermitteln für Sie als Mitglied der KV Hessen Praxisvertretung hessenweit. Alle Infos & Kontakte finden Sie hier.

Vertretervermittlung der KV Hessen Tel: 069 24741-7600

Rechtliche Grundlagen zur Praxisvertretung

Vertragsärzte können sich, wenn sie ihre Tätigkeit nicht persönlich ausüben können, vertreten lassen. Die Vertretung muss dann von einem anderen Arzt übernommen werden. Dies ist in verschiedenen Situationen möglich, nämlich bei: 

  • Krankheit, Urlaub, medizinischer Fortbildung, Wehrübung 
  • Entbindung 
  • Erziehung von Kindern 
  • Pflege naher Angehöriger  

In den ersten beiden Fällen ist die Vertretung relativ unbürokratisch möglich. Bis zu einer Dauer von einer Woche können Sie die Vertretung ohne Beteiligung der KV Hessen regeln. Dauert sie länger als eine Woche, müssen Sie sie uns lediglich melden. Erst ab einer Dauer von mehr als drei Monaten bzw. in den beiden letztgenannten Fällen müssen wir als KV die Vertretung genehmigen. 

Genauere Informationen, z.B. zu den Voraussetzungen einer solchen Genehmigung, haben wir hier für Sie ausführlich zusammengestellt. Gerne können Sie sich an unsere Berater in den BeratungsCentern der KV Hessen wenden, die Ihnen gerne alle weiteren Fragen beantworten. Das für Ihren Niederlassungsort zuständige BeratungsCenter finden Sie über den Button 'Kontakt am Ende dieser Homepage. 

 

Vertretungsmöglichkeiten im Detail 

Nach § 32 Absatz 1 Satz 1 Ärzte-Zulassungsverordnung müssen Vertragsärzte die vertragsärztliche Tätigkeit persönlich ausüben (persönliche Leistungserbringung). Ein Fall für eine Vertretung liegt dann vor, wenn ein Vertragsarzt in der eigenen Praxis nicht persönlich tätig werden bzw. dort nicht anwesend sein kann. Ein Vertreter kann nicht eingesetzt werden, wenn der Vertragsarztan einem anderen Ort als seinem Praxissitz vertragsärztliche Leistungen (z.B. Dialysen) erbringt. Eine besondere Situation ergibt sich außerdem bei der Vertretung, wenn psychotherapeutische Leistungen erbracht werden. Gemäß § 14 Absatz 3 Satz 1 BMV-Ä ist die Vertretung bei genehmigungspflichtigen psychotherapeutischen Leistungen einschließlich der probatorischen Sitzungen grundsätzlich unzulässig. Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten werden insoweit anders gestellt als Ärzte, die psychotherapeutisch behandeln.
Für die Vertretung von Ärztinnen und Ärzten untereinander gibt es die folgenden, gesetzlich vorgesehenen Modelle.

 

Vertretung in der Praxis des Vertreters („kollegiale Vertretung“) 

Die kollegiale Vertretung gemäß § 20 BO-Ä Hessen findet in der Praxis des vertretenden Arztes statt und wird auch von diesem abgerechnet (vgl. Schallen, Zulassungsverordnung, 8. Auflage 2012, § 32, Rn. 15). Die Praxis des Arztes, der sich vertreten lässt, bleibt geschlossen. Bei dieser Art der Vertretung ist unter bestimmten Umständen gemäß § 20 Absatz 2 BO-Ä Hessen eine Anzeige gegenüber der Ärztekammer nötig.
Dauert die Vertretung länger als eine Woche, so ist sie zudem der KV anzuzeigen (§ 32 Absatz 1 Satz 4 Ärzte-ZV). Kürzere Vertretungen sind dort nicht mitzuteilen. Für die Anzeige ist das von der KV hier auf der Homepage unter Mitglieder/Bestellservice zur Verfügung gestellte Formular zu verwenden.

 

Vertretung in der Praxis des Vertretenen 

Die Vertragsärztin/der Vertragsarzt kann daneben einen Vertreter  bestimmen, durch welchen die Praxistätigkeit in der Praxis fortgeführt wird. Hier gibt es verschiedene Modelle, je nach Grund und Dauer der Abwesenheit.

 

Kurzzeitige Vertretung (§ 32 Absatz 1 Ärzte-ZV) : Anwendungsfälle und Zeiträume 

Bei Krankheit, Urlaub oder Teilnahme an einer ärztlichen Fortbildung oder einer Wehrübung ist eine so genannte „kurzzeitige Vertretung“ möglich (§ 32 Absatz 1 Satz 2 Ärzte-ZV). Kurzzeitig ist eine Vertretung dann, wenn diese innerhalb eines Zeitraumes von 12 Monaten insgesamt höchstens für die Dauer von drei Monaten erfolgt. 
Bei einer Entbindung ist ebenfalls eine kurzzeitige Vertretung möglich. Diese kann für die Dauer von höchstens 12 Monaten erfolgen (gemäß § 32 Absatz 1 Satz 3 Ärzte-ZV; vgl. Schallen, Rn. 38).

 

Anzeige und mögliche Prüfung durch KV 

Für beide Fälle gilt: Dauert die Vertretung länger als eine Woche, so ist sie der KV anzuzeigen (§ 32 Absatz 1 Satz 4 Ärzte-ZV). Kürzere Vertretungen sind nicht mitzuteilen.
Die Anzeige muss den Zeitraum der Vertretung und den Namen des Vertreters samt Anschrift und Fachgebiet beinhalten. Für die Anzeige ist das von der KV zur Verfügung gestellte Formular unter Mitglieder/Bestellservice zu verwenden.
Dauert die Vertretung binnen eines Zeitraumes von 12 Monaten insgesamt länger als einen Monat, kann die KV die Erfüllung der Voraussetzungen nach § 32 Absatz 1 Satz 5 Ärzte-ZV seitens des Vertreters sowie dessenEignung prüfen (§32 Absatz 1 Satz 6 Ärzte-ZV).

 

Genehmigungspflichtige Vertretung und Überschreitung der kurzzeitigen Vertretung 

Wird die zulässige Dauer einer kurzzeitigen Vertretung überschritten, bedarf die Beschäftigung eines Vertreters der vorherigen Genehmigung der KV gemäß § 32 Absatz 2 Satz 4 Ärzte-ZV (vgl. Schallen, Rn. 43). Die Genehmigung muss bei der Entbindung ab einer Dauer von 6 Monaten, bei allen anderen Fällen der kurzzeitigen Vertretung ab einer Dauer von 3 Monaten beantragt werden (vgl. Schallen, Rn. 39). Dies kann formlos bei der KV erfolgen. Frühester Beschäftigungsbeginn ist das Eingangsdatum des Antrags. Der Antrag muss folgende Daten enthalten: 

  • Name des Vertreters
  • Anschrift des Vertreters
  • Geburtsdatum und -ort des Vertreters 
  • Beschäftigungsdauer (von - bis) 
  • Approbationsurkunde (aktuell beglaubigte Kopie des Vertreters) 
  • Facharztanerkennung (aktuell beglaubigte Kopie des Vertreters) 
  • Differenzierte Begründung (z.B. Attest über den Gesundheitszustand o.ä.) 

 

Erziehung oder Pflege 

Während Zeiten der Erziehung von Kindern und für die Pflege eines nahen Angehörigen (vgl. § 32 Absatz 2 Satz 2 Nr. 2 und 3 Ärzte-ZV) kann der Vertragsarzt ebenfalls einen Vertreter beschäftigen. Für die Erziehung von Kindern ist dies bis zu einer Dauer von 36 Monaten möglich, für die Pflege eines nahen Angehörigen bis zu einer Dauer von 6 Monaten.

Die genannten Zeiträume können von der KV verlängert werden. Die Vertretung ist vorher von der KV zu genehmigen. Auch dies kann formlos beantragt werden.

Der Antrag muss folgende Daten enthalten: 

  • Name des Vertreters
  • Anschrift des Vertreters
  • Geburtsdatum und -ort des Vertreters
  • Beschäftigungsdauer (von - bis) 
  • Approbationsurkunde (aktuell beglaubigte Kopie des Vertreters) 
  • Facharztanerkennung (aktuell beglaubigte Kopie des Vertreters) 
  • Differenzierte Begründung 

 

Voraussetzungen, die der Vertreter erfüllen muss

Eine Vertretung ist grundsätzlich nur möglich durch einen anderen Vertragsarzt oder durch einen Arzt, welcher die Voraussetzungen der Eintragung ins Arztregister (§ 3 Absatz 2 Ärzte-ZV) erfüllt´, siehe (§ 32 Absatz 1 Satz 5 Ärzte-ZV). 

Für den Vertreter gibt es keine Altersgrenze. Es können auch Ärzte tätig werden, die ihre Praxis bereits abgegeben haben. Darüber hinaus muss eine ausreichende Qualifikation des Vertreters vorliegen. Dies betrifft insbesondere Fachgruppenidentität zwischen Vertreter und Vertretenem. 

Leistungen, für die ein spezieller Qualifikationsnachweis erforderlich ist (z. B. Sonographie, Röntgen usw.), können in Vertretung nur dann abgerechnet werden, wenn auch der vertretene Praxisinhaber diese Qualifikation besitzt.

 

Pflichten des Vertretenen 

Nach § 14 Absatz 1 BMV-Ä muss sich der Vertretene darüber versichern, dass der Vertreter die Qualifikationsvoraussetzungen nach § 11 BMV-Ä erfüllt, wenn für die Leistungserbringung diese Qualifikationen erforderlich sind. 

Beschäftigt der Arzt  einen Vertreter, haftet er für die Erfüllung der vertragsärztlichen Pflichten wie für eigene Tätigkeit (§ 14 Absatz 2 BMV-Ä). Der vertretende Arzt ist daher zur Erfüllung der vertragsärztlichen Pflichten anzuhalten. 

Leistungen, die in Vertretung in der Praxis des Vertretenen erbracht werden, sind unter der lebenslangen Arztnummer (LANR) des Vertretenen zu kennzeichnen. Dies gilt jedoch nicht bei der kollegialen Vertretung. Dort sind die Leistungen mit der LANR des Vertreters zu kennzeichnen.

Würde der Vertretene in der Zeit, für die er sich vertreten lassen möchte, am Ärztlichen Bereitschaftsdienst teilnehmen, muss er den zuständigen Obmann informieren, dass er für den in Frage kommenden Zeitraum nicht im Rahmen des Bereitschaftsdienstes zur Verfügung steht.

Link zu einem Angebot der KV Hessen:

Abwesenheitsmeldung und Praxisvertretung Bestellservice


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