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Liebe Mitglieder, Qualitätssicherung gehört zu den wichtigsten Aufgaben in der ambulanten Versorgung. Um die Qualität der medizinischen Leistungen abzusichern, bedarf es unterschiedlicher Verfahren: von der Genehmigung bis hin zur QS-Prüfung. Wir unterstützen Sie gerne bei Fragen zu den benötigten Qualifikationen und Voraussetzungen. Sprechen Sie uns jederzeit an.

Heike Morbitzer,
Qualitätssicherung Substitution und HIV

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Qualitätssicherung und Genehmigungspflicht

Neuropsychologische Therapie

30.05.2016

Hier finden Sie den Kontakt zu Ihren Ansprechpartnern, weitere Infos und Downloads.

Geneviève Bebronne
Tel: 069 24741-6658
Fax: 069 24741-68819
E-Mail: qs.psychotherapie(at)kvhessen.LÖSCHEN.de

Anna Sophie Zebi
Tel: 069 24741-6688
Fax: 069 24741-68819
E-Mail: qs.psychotherapie(at)kvhessen.LÖSCHEN.de

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Neuropsychologische Therapie
Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Wichtiger Hinweis für Sie!

Die neuropsychologische Therapie ist seit dem 1. Januar 2013 GKV-Leistung. Leistungen zur neuropsychologischen Therapie werden gem. Nr. 19 der Anlage zur Richtlinie Methoden Vertragsärztlicher Versorgung (MVV-Richtlinie) geregelt. Mit Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses von 24.11.2011 wurde die MVV-Richtlinie dahingehend geändert, dass die neuropsychologische Therapie als anerkannte Untersuchungs- und Behandlungsmethode in die Anlage I aufgenommen wurde. Der Bewertungsausschuss hat in seiner 291. Sitzung beschlossen, den EBM im Hinblick auf Neuaufnahme der neuropsychologischen Therapie als anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethode in die Anlage I zur MVV-Richtlinie mit Wirkung vom 01.01.2013 wie folgt zu ändern:

  • Aufnahme eines neuen Abschnitts 30.11 im Kapitel 30 – GOP 30930 – 30935 EBM
  • Aufnahme des neuen Abschnitts 30.11 EBM in die Präambeln der Kapitel 14, 16, 21, 22 und 23
  • Aufnahme einer neuen Nr. 2 in die Präambel des Kapitels 4.4.2, nach welcher bei Vorliegen der entsprechenden Qualifikationsvoraussetzungen die GOP des Abschnittes 30.11 auch von Fachärzten für Kinder- und Jugendmedizin mit dem Schwerpunkt Neuropädiatrie berechnungsfähig sind.

Alle hier aufgenommen Gebührenordnungspositionen (GOP 30930 – 30935 EBM) unterliegen dem Genehmigungsvorbehalt.

Wann kommt die neuropsychologische Therapie zur Anwendung?

Die neuropsychologische Diagnostik und Therapie dient der Feststellung und Behandlung von hirnorganisch verursachten Störungen geistiger (kognitiver) Funktionen, des emotionalen Erlebens, des Verhaltens und der Krankheitsverarbeitung sowie der damit verbundenen Störungen psychosozialer Beziehungen. Betroffen sind Patienten mit hirnorganischen Erkrankungen, z. B. nach einem Schlaganfall oder Unfall.

Wer ist berechtigt Diagnostik und Therapie durchzuführen?

Die Feststellung der Indikation für eine neuropsychologische Therapie erfolgt in zwei Stufen (§ 5 Abs. 1 der Anlage zur MVV-Richtlinie).

Stufe 1 – somatische Abklärung (Indikation)

Achtung: Diese Leistung ist genehmigungsfrei. Zur Feststellung der Indikation sind folgende Fachärzte berechtigt (§ 5 Abs. 2):

  • FÄ für Neurologie
  • FÄ für Nervenheilkunde
  • FÄ für Psychiatrie
  • FÄ für Psychiatrie und Psychotherapie
  • FÄ für Neurochirurgie
  • FÄ für Kinder- und Jugendmedizin mit dem Schwerpunkt Neuropädiatrie
  • FÄ für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

... sofern sie nicht die neuropsychologische Therapie bei ein und demselben Patienten durchführen. Dies ist aus Gründen der Qualitätssicherung ausgeschlossen. Der Arzt klärt in diesem ersten Schritt ab, ob der Patient an einer erworbenen Hirnschädigung oder Hirnerkrankung leidet. Hierzu sind die entsprechenden ICD-10-Codes aufgeführt (§ 4 Abs. 1).

Stufe 2 – neuropsychologische Diagnostik, Indikationsstellung und Behandlungsplan

Genehmigungsvorbehalt – Antragstellung erforderlich. Nach Feststellung der Diagnose prüft ein Arzt oder Psychotherapeut mit neuropsychologischer Zusatzqualifikation, ob eine neuropsychologische Therapie für den Patienten in Frage kommt. Zur Feststellung der Indikation sind folgende Fachärzte berechtigt (§ 6 Abs. 1):

  • FÄ für Neurologie
  • FÄ für Nervenheilkunde
  • FÄ für Psychiatrie
  • FÄ für Psychiatrie und Psychotherapie
  • FÄ für Neurochirurgie
  • FÄ für Kinder- und Jugendmedizin mit Schwerpunkt Neuropädiatrie
  • FÄ für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
  • Ärztliche Psychotherapeuten, Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Alle genannten Fachgruppen müssen eine neuropsychologische Zusatzqualifikation nachweisen können (§ 6 Abs. 2). Die Anforderungen zur neuropsychologischen Diagnostik und Therapie sind in den Weiterbildungsordnungen der Landespsychotherapeutenkammern bzw. der (Muster-) Weiterbildungsordnung der Bundespsychotherapeutenkammer definiert. In der ärztlichen Weiterbildungsordnung gibt es bisher noch keine entsprechende Zusatzbezeichnung. Daher müssen Ärzte, die oben genannten Inhalte inhaltsgleich oder gleichwertig nachweisen, wenn sie eine Abrechnungsgenehmigung zur Durchführung der spezifischen neuropsychologischen Diagnostik und Therapie erhalten wollen.

Welche Vorgaben gelten hinsichtlich Dauer, Art und Umfang der Therapie?

Es besteht keine Antragspflicht für die Therapie selber. Lediglich der Beginn ist der zuständigen Krankenkasse anzuzeigen und zwar spätestens mit Abschluss der probatorischen Sitzungen. Es besteht die Möglichkeit, die neuropsychologische Therapie in Form von Einzel- oder Gruppenbehandlungen (max. 5 Personen) durchzuführen (§ 7). Bei medizinischer Notwendigkeit kann die Behandlung auch außerhalb der Praxis/Einrichtung erbracht werden. Die Notwendigkeit ist jedoch gesondert zu begründen und zu dokumentieren (§ 9).

Leistungsumfang (§ 7):

  • maximal bis zu fünf probatorische Sitzungen zur Diagnostik
  • Einzelbehandlungen bis zu 60 Sitzungen à 50 Minuten oder 120 Sitzungen bei Unterteilung in 25 Minuten, ggf. um 20 Sitzungen verlängerbar
  • Gruppenbehandlung bis zu 40 Sitzungen à 100 Minuten oder bis zu 80 Sitzungen à 50 Minuten Sitzungsdauer
  • bei einer Kombination von Einzel- und Gruppentherapie ist die gesamte Behandlung im Rahmen des als Regelfall definierten Leistungsumfangs von 60 oder 120 Sitzungen durchzuführen.

Wie erfolgt die Erteilung einer Genehmigung?

Die Erteilung einer Genehmigung erfolgt nach einem Antragsverfahren bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen.

Hinweis: Eine Genehmigung zur Ausführung und Abrechnung von genehmigungspflichtigen Leistungen kann grundsätzlich nicht rückwirkend ausgesprochen werden. Eine Genehmigung kann in der Regel erst ab dem Datum erteilt werden, zu dem die Antragsunterlagen mit den entsprechenden Qualifikationsnachweisen vollständig bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen eingegangen sind. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass eine Genehmigung nicht vor dem Zeitpunkt der Teilnahme an der vertragsärztlichen/vertragspsychotherapeutischen Versorgung (Zulassung, Ermächtigung oder Anstellung) erteilt werden kann.

Wie erfolgt die Qualitätssicherung?

Neben der Genehmigungspflicht ist eine Dokumentation als Teil der Maßnahmen zur Qualitätssicherung und -förderung vorgeschrieben (§ 9). Ärzte und Psychotherapeuten mit einer Abrechnungsgenehmigung zur neuropsychologischen Diagnostik Stufe 2 und neuropsychologischen Therapie sind verpflichtet, die Befunde (§ 5), den Therapieplan, die Anzahl und Dauer der Behandlungen pro Woche und die Gesamtbehandlungsanzahl zu dokumentieren.

Weiterhin muss dokumentiert werden, wenn

  • die Dauer der Behandlungseinheiten reduziert wird,
  • der Behandlungsumfang aus medizinischen Gründen verlängert werden muss oder
  • die Therapie aus medizinisch notwendigen Gründen außerhalb der Praxis/Einrichtung durchgeführt wird.

In allen drei vorgenannten Fällen ist zudem eine Begründung erforderlich. Die Überprüfung der sachgerechten Dokumentationen sowie die Indikationsstellung erfolgt durch Stichproben im Einzelfall. Hierfür wird die KV Hessen eine Qualitätssicherungskommission für den Bereich der ambulanten neuropsychologischen Therapie einrichten (§ 10 Abs. 2).


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