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Und täglich grüßt das Murmeltier: Ärzte sind Spitzenverdiener!

Pressemitteilung der KV Hessen vom 01.02.2012

Frankfurt, 1. Februar 2012 - „Der Verdienst von Ärzten steigt im Schnitt pro Jahr um 11 Prozent.“ So hieß es in einem Bericht des hr-Formats „M€X“ in der vergangenen Woche. Hat sich die Autorin schlicht verrechnet? Oder geht es wieder einmal um das Pflegen eines gern bedienten Klischees? Denn die Honorare der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten steigen dank staatlicher Deckelung im Jahr 2012 gerade einmal um 1,25 Prozent.

„Die Spanne zwischen Realität und Behauptung ist an dieser Stelle leider besonders groß“, beklagen die Vorstandsvorsitzenden der KV Hessen, Frank-Rüdiger Zimmeck und Dr. med. Gerd W. Zimmermann. „Die Gesamtvergütung, die beispielsweise in den Jahren 1999 bis 2009 an die hessischen Ärzte und Psychotherapeuten verteilt werden konnte, ist in diesem Zeitraum um ganze 8 Prozent gestiegen. Im Vergleich zur kühnen Behauptung des Hessischen Rundfunks nimmt sich diese Zahl überaus bescheiden aus.“ Hessen belegt damit in einer bundesweiten Statistik den vorletzten Platz, lediglich die Bremer schneiden noch schlechter ab. Ohnehin empfehlen die Vorstände dringend, sich stärker an den Fakten zu orientieren. Denn die Realität ist geprägt von großer Frustration unter den Niedergelassenen, einem täglichen Kampf mit der überwiegend durch Krankenkassen verursachten Bürokratie sowie nicht veräußerbaren Praxissitzen. „Wären zumindest die finanziellen Verhältnisse so paradiesisch, wie in dem Beitrag unterstellt, wäre es sicherlich kein Problem, frei werdende Praxen zügig wieder zu besetzen. Das Gegenteil aber ist der Fall. Nicht nur die Praxissitze, auch die ärztliche Tätigkeit verkommt immer mehr zur Schleuderware.“ Vielleicht sollte sich der hr besser an die eigene Berichterstattung halten und versuchen, die Zuschauer etwas objektiver zu informieren. Am Jahresende 2011 zeichnete ein M€X Bericht mit dem Titel „Landärzte gesucht“ ein realistischeres Bild von der Situation in den hessischen Arztpraxen. Von übermäßigen finanziellen Anreizen und satten Honoraraufschlägen war dort nicht die Rede. Eins ist sicher: Neiddebatten werden dazu führen, dass noch weniger Jungmediziner den Sprung in die Niederlassung wagen.

 

Hinweis an die Redaktion: Bei Fragen und Interviewwünschen wenden Sie sich gerne an die Abteilung Kommunikation der KV Hessen, Karl Matthias Roth, Telefon 069 / 79502-755, Cornelia Kur, Telefon 069 / 79502-580, Telefax 069 / 79502-501, E-Mail: Weitere Presseinformationen finden Sie im Internet unter www.kvhessen.de.

 

 

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29.02.2012
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