Falk-Pressemeldung: Geriatrische Institutsambulanzen lösen Versorgungsprobleme einer älter werdenden Gesellschaft nicht
FALK-KVen fordern Stärkung der Niedergelassenen vor Ort
Die Vorstände der vier in der FALK-Kooperation verbundenen Kassenärztlichen Vereinigungen aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern warnen vor Überlegungen, die Probleme bei der Versorgung geriatrischer Patienten durch die Einrichtung Geriatrischer Institutsambulanzen (GIA) lösen zu wollen. Eine entsprechende Initiative wird aktuell von der Berliner Regierungskoalition und den Bundesländern forciert.
Hessens KV-Vorsitzender Frank-Rüdiger Zimmeck erklärte dazu am Mittwoch: „Die aktuell diskutierten Überlegungen zur Einführung der geriatrischen Institutsambulanzen sehen wir außerordentlich kritisch. Sie sind nicht geeignet, schon bestehende oder kommende Versorgungsprobleme alter Menschen zu lösen. Es wäre viel sinnvoller, bereits bestehende Versorgungsstrukturen zu stärken und auszubauen. Multimorbide geriatrische Patienten sind vor allem auf eine wohnortnahe Versorgung durch Ärzte ihres Vertrauens angewiesen.“
Dr. Wolfgang Krombholz, Vorstandsvorsitzender der KV Bayerns, hält es vor allem für problematisch, dass durch GIAs neue Versorgungsstrukturen geschaffen würden. „Wir wissen, dass zusätzliche Institutionen im Gesundheitswesen vor allem eines produzieren: Mehr Schnittstellen und damit höhere Kosten. Die Regierungskoalition will hier offensichtlich den Krankenhäusern ein weiteres neues Betätigungsfeld zu Lasten der ambulanten Versorgung eröffnen. Wir würden es begrüßen, wenn stattdessen regionale Vorhaben von niedergelassenen Ärzten zur geriatrischen Versorgung gefördert würden."
Für Dr. Wolfgang Eckert, den Vorsitzenden der KV Mecklenburg-Vorpommern, kann es keinen Zweifel an der Eignung der Niedergelassenen geben, die alten und meist schwer kranken Patienten zu versorgen. „Die Versorgung alter und multimorbider Patienten gehört zu den Kernkompetenzen niedergelassener Ärzte. Hausärzte, die in der Regel diese Patienten betreuen, verfügen über exzellente Aus- und Weiterbildungen in geriatrischen Fragestellungen. Sie sind es zudem gewohnt, eng mit ihren fachärztlichen Kollegen zusammenzuarbeiten und so eine bestmögliche Versorgung zu gewährleisten. Dazu bedarf es aus unserer Sicht auch zusätzlicher finanzieller Vergütungsanreize durch die Etablierung einer geriatrischen Grundversorgung.“
Baden-Württembergs KV-Chef Dr. Norbert Metke rückt ordnungspolitische Aspekte in den Fokus: „Die Hauptzielrichtung des Versorgungsstrukturgesetzes bestand darin, die flächendeckende ambulante Versorgung insbesondere in ländlichen, strukturschwachen Regionen zu stärken und zu fördern. Dieser richtige und von der Ärzteschaft einhellig begrüßte Ansatz wird durch die Länder-Initiative zu den GIAs nun wieder aufgeweicht. Hier darf es zu keiner Kurskorrektur kommen, die gerade erst erfolgte Weichenstellungen wieder in Frage stellt.“
Die Pressemeldung können Sie hier ebenfalls als pdf-Datei downloaden.
Martin Degenhardt, Unter den Linden 16, 10117 Berlin, Tel.: 030.408 173 268, Fax: 030.408 173 450,
Für mehr Einfluss der Länder-KVen:
Vier KVen kooperieren und gründen FALK
Aus einer Initiative von vier Kassenärztlichen Vereinigungen ist im Mai 2011 die Freie Allianz der Länder-KVen - kurz: FALK - entstanden. Die Gründungsmitglieder sind die Kassenärztlichen Vereinigungen Baden-Württemberg (KVBW), Bayerns (KVB), Hessen (KVH) und Mecklenburg-Vorpommern (KVMV). Ziel des Zusammenschlusses ist eine länderübergreifende Kooperation hinsichtlich wichtiger gesundheits- und versorgungspolitischer Themen sowie eine effektive Vertretung der Interessen der Länder-KVen auf Bundesebene.













