Gemeinsame Presseinformation der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) und der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) in Hessen
Gute Medizin hat ihren Preis: Zahlreiche ambulante OP-Leistungen in Hessen nicht mehr wirtschaftlich durchführbar
Praxen drohen Honorareinbußen statt der versprochenen Zuwächse/Gleiches Honorarniveau wie 2008 gefordert
Frankfurt, 13. Januar 2009 - In großer Geschlossenheit haben heute die KV Hessen und die fachärztlichen Berufsverbände in Hessen auf drastische Honorareinbußen für ambulant erbrachte OP-Leistungen hingewiesen. Statt den von der Politik versprochenen Zuwächsen sind bei zahlreichen Leistungen nun sogar eklatante Honorareinbußen zu befürchten. Dies führt dazu, dass einige Eingriffe nicht mehr kostendeckend erbracht werden können. Ambulante Operateure und operativ tätige Belegärzte forderten die hessischen Krankenkassen deshalb eindringlich auf, das bisherige Honorarniveau wieder herzustellen.
Die Mediziner kündigten Beratungen darüber an, wie die Krankenkassen dazu gebracht werden können, die dazu notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen. Im Vergleich zum Jahr 2008 drohen den ambulanten Operateuren und Belegärzten Einbußen von 20 Prozent. Geradezu grotesk muten diese Honorareinbrüche angesichts der Tatsache an, dass gerade durch ambulante Operationen im Gesundheitswesen umfangreich Mittel eingespart werden. Denn statt der kostenintensiven und für die Patienten oft belastenden stationären Behandlung sind ambulante Operationen nachweislich nicht nur erheblich günstiger sondern für die Patienten auch deutlich schonender. Diejenigen, die an der Nahtstelle zwischen ambulantem und stationärem Sektor für diese Einsparungen sorgen, werden dafür nun offensichtlich noch bestraft.
Stellvertretend für die betroffenen Fachgruppen stellt der stellvertretende Vorsitzende der KV Hessen, Dr. med. Gerd W. Zimmermann, fest: "Wer Behandlung erster Klasse, wie ihn die ambulanten Operateure und operativ tätigen Belegärzte in Hessen bieten, bestellt, muss dies auch entsprechend bezahlen. Hier geht es noch nicht einmal um Zuwächse. Aber wir werden es den Krankenkassen nicht durchgehen lassen, für die gleiche Leistung wie im Vorjahr 20 Prozent weniger zu bezahlen."
Durch die zum 1. Januar 2009 vollzogene Vergütungsreform hatte die Politik eigentlich rund 2,5 Milliarden € an dringend benötigtem Zuwachs für die Honorierung von Ärzten und Psychotherapeuten in Aussicht gestellt. Doch die Realität sieht anders aus: das Geld kommt in vielen Praxen nicht an. Zudem sparen die Krankenkassen in bestimmten Leistungs-bereichen deutlich ein. Erschwert wird die Situation überdies dadurch, dass die regionalen KVen ihren Einfluss auf die Honorarverteilung durch bundeseinheitliche Regelungen nahezu vollständig verloren haben.
Pressekontakt: Karl Matthias Roth, Tel.: 069 / 795 02 467,












