Milzbrand bei Heroinkonsumenten
In Bayern ist am 05.06.2012 ein 51-Jähriger an einer Milzbrandsepsis verstorben, der vorher u.a. Heroin intravenös und intramuskulär injiziert und sich wegen einer infizierten Injektionsstelle in ärztliche Behandlung gegeben hatte. In der Blutkultur wurden aerobe Sporenbildner diagnostiziert. Die Verdachtsdiagnose Milzbrand wurde mittels PCR bestätigt. Eine mögliche Infektionsquelle ist verunreinigtes Heroin.
Inzwischen ist ein zweiter Fall in Bayern aufgetreten. Die Patientin stellte sich mit hohem Fieber und einer eitrig entzündeten Injektionsstelle (Injektion 3 Tage zuvor) bei einem Arzt vor. Die PCR auf Bacillus anthracis aus einer Blutkultur war positiv. Die Patientin ist derzeit in stabilem Zustand.
Im Zeitraum 2009/2010 gab es bereits einen europaweiten Ausbruch von Milzbrand bei Heroingebrauchern, bei dem verunreinigtes Heroin als Infektionsquelle vermutet wurde. Das Vereinigten Königreich war damals mit insgesamt 52 Fällen betroffen, wovon 17 zum Tode führten. In Deutschland traten 3 Fälle auf, darunter einer mit tödlichem Verlauf.
Da kontaminiertes Heroin auch in anderen Bundesländern und europäischen Staaten vertrieben worden sein könnte, sind bundesweit alle Gesundheitsämter über die aktuelle Situation informiert worden und - soweit möglich - auch Institutionen wie Drogenberatungsstellen, Drogentherapieeinrichtungen, und ähnliche Einrichtungen für Drogenabhängige.
Da die Prognose der Infektion durch eine frühzeitige gezielte Antibiotikatherapie deutlich verbessert werden kann, ist es wichtig, dass behandelnde Ärzte rechtzeitig an diese Diagnose denken. Weitere Informationen zu Milzbrand finden Sie u.a. auf der RKI-Homepage unter folgendem Link:
http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/A/Anthrax/Milzbrand_Kurzinformation.html













