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Liste II. „Sprechende Medizin“Wahlprogramm und InformationenWahlaufruf der Liste Sprechende Medizin Liste 2 Wie vor 5 Jahren gilt es darum zu kämpfen, dass im Rahmen des Kostendrucks im Gesundheitswesen die Bedeutung des Arzt-Patienten-Gesprächs nicht dadurch untergeht, dass es nicht adäquat honoriert bzw. im innerärztlichen Verteilungskampf der limitierten vorhandenen Honorar-Mittel zwischen den großen Blöcken der Haus- und Fachärzte zerrieben wird. Das gilt sowohl für das ärztliche Gespräch in den Praxen der verschiedenen Fachrichtungen, als auch für das psychotherapeutische Gespräch im engeren Sinn im Rahmen der psychotherapeutischen, psychosomatischen und psychiatrischen Versorgung unserer Patienten. Bis heute ist unter dem allgemeinen ökonomischen und politischen Druck das ärztliche Gespräch als wesentliches Instrument der Diagnostik und Therapie allgemein und das psychotherapeutische Gespräch im Besonderen als zentrale Leistung in unserer täglichen Arbeit weiterhin und immer wieder aufs Neue in der Frage der Honorierung gefährdet. Deshalb muss die 'Sprechende Medizin' weiterhin unabhängig von den Listen von Haus- und Fachärzten in der Vertreterversammlung der KV Hessen eine Stimme haben. Deshalb tritt die "Liste Sprechende Medizin" auch in diesem Jahr zu den Wahlen zur Vertreterversammlung der KV Hessen an. Wir verstehen uns dort neben den großen politischen Blöcken der Haus- und Fachärzte als dritte ärztliche Kraft - für Ärztinnen und Ärzte, die in der Arzt/Psychotherapeut-Patient-Beziehung und im ärztlichen/psychotherapeutischen Gespräch einen wesentlichen, auch gesundheitspolitisch zu schützenden Kern ärztlicher und psychotherapeutischer Kunst und Tätigkeit sehen und damit in der Berücksichtigung der seelischen Seite der Erkrankungen ihrer Patienten einen wesentlichen Auftrag erkennen und verwirklichen wollen, seien es Hausärzte, Fachärzte oder psychotherapeutisch tätige Ärzte. Wir wollen alle Ärzte vertreten, denen die Beziehung in der Medizin und dabei das Gespräch mit Ihren Patienten zentrales Anliegen ist und im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht! - für die sonst sprachlos bleibenden Angehörigen aller Fachgruppen, die in der KVH und der Vertreterversammlung sonst kein Gehör finden! - für alle Ärztinnen und Ärzte, die im Rahmen der umstrukturierten KVH Hilfe und Unterstützung bei der Kommunikation mit der inzwischen fernen und 'optimierten' Verwaltung auf dem Weg über die jeweiligen Gremien (Vertreterversammlung, Beratende Fachausschüsse, Hauptausschuss) und im direkten Kontakt benötigen! Integrativ und fachgruppenübergreifend war die Liste Sprechende Medizin auch schon bei den vergangenen KV-Wahlen. Dies bleibt auch weiterhin unser Ziel. Nur so können wir das notwendige gesundheitspolitische Gewicht entfalten. Nur so können wir der Ökonomisierung unseres Gesundheitssystems unsere ärztliche Verpflichtung zum ethisch bestimmten (Be-)Handeln entgegensetzen.
Unsere Liste tritt ein für folgende Inhalte: - eine angemessene Honorierung der Gesprächsleistungen in allen ärztlichen Praxen und deren Sicherstellung gerade im Bereich der zuwendungsintensiven Medizin wie der Hausarztpraxen und der Kinder- und Jugendmedizin - eine verbesserte Honorierung psychiatrischer und kinderpsychiatrischer Gesprächsleistungen und konzentrierte Aufmerksamkeit und energisches Engagement für Honorargerechtigkeit und Solidarität bei den Beschlussfassungen der KV auf Bundes- und Landesebene bei Gesprächsleistungen und Honoraren für Psychotherapie; das bezieht sich auch auf den Honorarverteilungsmaßstab zwischen den Facharztgruppen; für die Gleichbehandlung der Psychiater bei den psychotherapeutischen Antragsleistungen - den Erhalt der derzeitigen Regelungen zur Honorierung der zeitgebundenen psychotherapeutischen Leistungen mit zeitlicher Budgetierung zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz der Psychotherapiepraxen durch angemessene Verdienstmöglichkeiten (Zeitkontingent als RLV) und gegen alle Versuche diese Form der zeitlichen Budgetierung zunächst in den Randgruppen (Fachärzte mit Zusatztitel Psychotherapie) wie im Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses vom 26.03.2010 zu unterlaufen und dort doch die alten Budgetierungen wieder durchzusetzen. - eine gleichberechtigte Kooperation im psychotherapeutischen Bereich zwischen Psychiatern/Nervenärzten, Fachärzten für psychosomatische Medizin und Psychotherapie, ärztlichen Psychotherapeuten und psychologischen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit einer eindeutigen Absage an alle immer wiederkehrenden Versuche, berufsgruppenspezifische Vorteile auf Kosten der jeweils anderen Berufsgruppen zu erlangen! - eine konsequente Vertretung der Sprechenden Medizin in der Vertreterversammlung und den Ausschüssen der KV auf Bundes-, Landes- und Bezirksebene! - den Ausbau einer solidarisch getragenen bedarfsorientierten Versorgung aller Bürger des Landes ohne Unterschied! - eine enge regionale Zusammenarbeit mit den Haus-, Kinder- und Fachärzten bei der Versorgung psychisch Erkrankter durch Vernetzungen und durch Initiativen zur arztgruppenübergreifenden Qualitätsentwicklung! - die Sicherung des Erstzugangsrechts für Menschen mit seelischen Leiden zu Psychotherapeuten und Psychiatern, auch in der Entwicklung zukünftiger Hausarztsysteme und bei integrierter Versorgungsformen! - Konzepte der Qualitätsentwicklung und der Umsetzung integrierter Versorgungsformen unter dem Primat der Versorgungsverbesserung und nicht zur verdeckten Ökonomisierung und Kontrolle mit dem vorrangigen Ziel der Kostenersparnis! - den Schutz der Arzt-Patienten-Beziehung vor den Begehrlichkeiten der Datenerfassung z.B. durch die Einführung der E-Card! - eine starke Selbstverwaltung und gegen die Auslagerung von Entscheidungsprozessen aus den Organen der KV in wirtschaftlich ausgerichtete Parallelorganisationen! - eine starke Kassenärztliche Vereinigung gegen die Versuche der Politik, sie in den ökonomischen Verteilungskämpfen zwischen den einzelnen Arztgruppen zu zerschlagen! Es braucht eine vernehmbare politische Kraft, die für die Interessen der Sprechenden Medizin eintritt. Dafür steht unsere Liste. Wir sind integrativ, weil unsere gesamtpolitische Stoßrichtung sich nicht auf die Grenzen eines Versorgungsbereiches beschränkt, weil Sprechen prinzipiell zu allem ärztlichen Handeln dazu gehört. Mit der Erfahrung aus inzwischen über 14 Jahren Berufspolitik in der KVH wollen wir mit unseren Kandidaten dafür eintreten. "Der kranke Mensch, der gehört werden muss, muss wieder in den Mittelpunkt ärztlicher Betrachtung rücken, nicht der Patient als 'budgetiertes Objekt'". Nur über eine qualifizierte Beziehungsmedizin kann das Vertrauen unserer Patienten wieder aufgebaut werden. Wählen Sie die Liste Sprechende Medizin und werben Sie für unsere gemeinsame Sache!! In diesem Sinn: Bitte verbreiten Sie diesen Wahlaufruf an alle interessierten Kolleginnen und Kollegen! Machen Sie mit bei unserer Arbeit und beim Wahlkampf der Liste Sprechende Medizin. mit herzlichen kollegialen Grüßen Jochen Klauenflügel Listenführer und Koordinator : Jochen Klauenflügel Bingertstr. 31, 65191 Wiesbaden, Tel.: 0611/ 56 40 965, Fax: 0611/ 56 40 966E-Mail: , www.psychoanalyse-wiesbaden.de
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21.09.2010 |